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Bad Nenndorf Blutrausch an der Alten Taufe
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Blutrausch an der Alten Taufe
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00:16 07.11.2016
Henning Dormann Quelle: js
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BAD NENNDORF

Erstaunt zeigten sich die Frauen angesichts der Tatsache, dass es dafür bereits ausreicht, den eigenen Garten genau zu inspizieren. Denn der studierte Landschaftsgärtner zeigte Gegenstände aus längst vergangenen Zeiten, die er nur unweit der eigenen Haustür in Horsten gefunden hat. Etwa ein Steinbeil, dessen Alter Kommunalarchäologe Jens Berthold auf etwa 6000 Jahre schätzt. Interessant sei dabei besonders die Tatsache, dass die dafür genutzten Materialien aus Süddeutschland stammten und den schon damals rege getätigten Handel der Menschen dokumentierten.

Doch das Beil war bei weitem nicht das einzige Stück, erzählte Dormann. Gefundene Gefäßreste und Scherben aus der vorrömischen Eisenzeit, aus Zeiten der Völkerwanderung und aus dem Mittelalter beweisen, dass das Gebiet um Horsten seit 6000 Jahren kontinuierlich besiedelt sei.

Doch auch in Richtung Hügellandschaft sind die Überbleibsel aus alten Tagen noch sichtbar. Auf dem Kappenberg etwa sind Hügelgräber zu inspizieren, die etwa 1600 vor Christus angelegt worden sind. „Je reicher die verstorbene Person war, die übrigens in einem ausgehöhlten Baumstamm beerdigt wurde, desto höher war der Hügel“, sagte der Hobby-Historiker.

Alte und neue Geschichten

Mit einer Sage rund um die Alten Taufe unweit des Fernsehturms brachte Dormann die interessierten Frauen zum Schaudern. Ein gewisser Adeliger mit dem Namen Lothar aus Luttringhausen ließ dort im achten Jahrhundert nach einer siegreichen Schlacht im Süntel gegen die Franken Gefangene hinrichten und benutzte deren Leichen beziehungsweise Blut für heidnische Rituale. Was er jedoch nicht wusste: Darunter befanden sich auch sein Schwiegersohn sowie Enkel, die er noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Denn seine Tochter wurde ihm als Kind von den Franken aus den Händen gerissen.

In ihrer erzwungenen neuen Heimat hat sie später geheiratet und Kinder bekommen. Als die Tochter von der schändlichen Tat ihres Vaters Wind bekam, machte sie sich auf den beschwerlichen Weg zu Lothar. Mit der traurigen Wahrheit konfrontiert, fiel Lothar auf die Knie und ließ sich umgehend vom Apelerner Priester am Ort des Gemetzels taufen, um sich von seinen Sünden reinzuwaschen.

Doch auch neuere Geschichte fand Einzug in den Vortrag. Beispielsweise, dass die Süntelbuchen im Kurpark erst im Jahr 1934 gepflanzt worden sind. Und zwar nur aus einem Grund: Die Gewächse sollten als Licht- und Hörschutz für die dorthin verlegte Liegewiese des Kurbetriebs dienen. Denn an dem alten Rastplatz an der Parkstraße habe der aufkommende Autoverkehr die gewünschte Ruhe nach und nach zunichte gemacht.js

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