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Bad Nenndorf Bunt auch ohne Nazis
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Bunt auch ohne Nazis
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17:05 28.12.2018
Bad Nenndorf bleibt auch nach dem Wegbleiben der Nazis bunt. Quelle: Archiv
BAD NENNDORF

Bereits zu der Zeit, als die Nazis noch einmal pro Jahr am Winckler-Bad vermeintliche Trauer inszenierten, hatte der damalige Vorstand um Jürgen Uebel betont: Das Veranstaltungsprogramm und die Existenz von Bad Nenndorf ist bunt sind nicht allein auf die Aufmärsche der Rechten zugeschnitten.

Die Aktivitäten sollten dauerhaft für Toleranz und Vielfalt in Bad Nenndorf werben und gegen Extremismus wirken. Der im Frühjahr neu gewählte Vorstand mit dem Vorsitzenden Winfried Wingert hält daran fest.

Referat über Identitäre

Gerd Bücker referiert am 21. Januar um 19 Uhr im Parkhotel Deutsches Haus über die Identitäre Bewegung. Damit setzt das Bündnis ein Zeichen im Zusammenhang mit dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar. Seit 2005 wird am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau an die Holocaust-Opfer erinnert. Ausgerufen hatten den Gedenktag die Vereinten Nationen.

Bücker ist Mitarbeiter der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt – Zentrum Demokratische Bildung. Die Identitäre Bewegung, in Frankreich gestartet, galt ursprünglich als Gruppe, die sich bewusst von Neonazis abgrenzte und sich ausschließlich auf völkische und rassentheoretische Aspekte berief.

Als Initialzündung der Identitären Bewegung in Deutschland gilt die Veröffentlichung des Buches „Deutschland schafft sich ab“ des SPD-Politikers Thilo Sarrazin 2010. In erster Linie richtete sich die Bewegung gegen die zunehmende Islamisierung. Doch mittlerweile gilt sie als fester Bestandteil der rechtsradikalen Szene, und es besteht eine Vernetzung mit anderen Gruppen dieses Milieus. Dies und die Ethnopluralistische Ausrichtung der Identitären Bewegung thematisiert Bücker in seinem Vortrag.

Ausstellung bis 15. Februar

Zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges zeigt Bad Nenndorf ist bunt in Kooperation mit der Sparkasse und dem Antikriegsmuseum der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg die Ausstellung „Der Überfall auf Polen“. Gezeigt werden Fotos und Texte zum Krieg in Polen, zum Warschauer Getto und zum Warschauer Aufstand. Die Schau wird am Samstag, 26. Januar, um 15 Uhr eröffnet. Bis zum 15. Februar sind die Exponate in der Bad Nenndorfer Geschäftsstelle zu sehen.

Auch das überregionale Veranstaltungsprogramm geht weiter. Am 19. Januar wollen Mitglieder des Bündnisses zu einer Prominenten-Lesung des Stücks „Ein Morgen vor Lampedusa“ nach Hannover reisen. Am 8. und 9. Februar steht die Antifaschistische Sozialkonferenz in der Landeshauptstadt auf der Agenda. Das Motto: Solidarität statt Spaltung.