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Das Staatsbad verliert seinen Chef

Bad Nenndorf - Ein Geschäftsführer für zwei Standorte Das Staatsbad verliert seinen Chef

Das Staatsbad Nenndorf verliert seinen Chef. Laut Mitteilung des niedersächsischen Finanzministeriums wird Maik Fischer gemeinsamer Geschäftsführer der Standorte Bad Pyrmont und Bad Nenndorf. Hartmut Ammann, der derzeit das Bad Nenndorfer Staatsbad leitet, wird zum 1. Juni freigestellt.

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Hartmut Ammann

Quelle: Archiv

Bad Nenndorf. Beide Aufsichtsräte haben dem Schritt bereits zugestimmt. Ammanns Vertrag, der noch bis Februar 2016 läuft, wurde nicht verlängert, bestätigte Ministeriumssprecher Kai Bernhard auf Nachfrage. Das Ministerium begründet den Schritt mit der Hoffnung auf Synergie-Effekte bei Investitionen an beiden Standorten. Diese seien mit einem einzigen Geschäftsführer effizienter umzusetzen. Aus „Fairness“ werde Ammann bereits jetzt darüber informiert, dass das Staatsbad nicht weiter mit ihm plant.

Der 52-Jährige erklärte am Freitag, es habe zwischen ihm und dem Aufsichtsrat „unterschiedliche Vorstellungen über die weitere Entwicklung der Betriebe“ gegeben. Ein „Trainerwechsel“ sei ein probates Mittel in solchen Fällen, die Trennung erfolge in „gutem Einvernehmen“. Sorgen um seine berufliche Zukunft macht sich Ammann nicht, wie er gegenüber dieser Zeitung sagte. Fischer ist seit Anfang März 2015 Geschäftsführer und Kurdirektor beim Staatsbad Pyrmont.

Nach Lage der Dinge wird Ammann als letzter allein für Bad Nenndorf zuständiger Geschäftsführer in die Geschichte des Staatsbades Nenndorf eingehen. Im Februar 2011 war der Diplom-Volkswirt aus der Immobilienwirtschaft an die Spitze des Staatsbades gewechselt. Sein Start wurde überschattet von einer Affäre um den seinerzeit als Assistenten vorgesehenen Betriebswirt Alexander S. Gegen diesen ermittelte die Staatsanwaltschaft Kiel schon vor seiner Benennung durch den Aufsichtsrat wegen Korruption, Veruntreuung, Bestechlichkeit und Bestechung.

S. wurde von der damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden, Cora Hermenau, nach nur drei Tagen kaltgestellt. Warum S. trotz der laufenden Verfahren an die Spitze der Landesgesellschaft wechseln sollte, konnte Hermenau, die seit Anfang Mai Dezernentin bei der Region Hannover ist, nicht schlüssig erklären. Kritik an dem Vorgang wurde auch deshalb laut, weil erst im August 2010 der damalige Staatsbad-Geschäftsführer, Peer Kraatz, vorzeitig entlassen worden war. Als Gründe wurden Unregelmäßigkeiten bei Auftragsvergaben genannt. Das Verfahren wurde 2012 eingestellt.

Die eigentlich als Doppelspitze vorgesehene Lösung Ammann/S. mündete 2011 in der alleinigen Geschäftsführung Ammanns. In Hannover dürfte dessen Wirken in Bad Nenndorf im Kontrast zum vorangegangenen Trubel zunächst positiv aufgefallen sein. Denn mit dem Neuwarmbüchener kehrte wieder Ruhe ein. In Ammanns Ära fiel die Umbenennung der Rheumaklinik in Landgrafenklinik. Auch das Moorbadehaus, ein Projekt aus der Zeit von Kraatz, wurde unter Ammanns Ägide eröffnet.

Millionen-Investition für Nenndorf

Ministeriumssprecher Kai Bernhard betonte, dass der Schritt zu einer gemeinsamen Geschäftsführung kein Signal einer geplanten Schließung des Standorts Bad Nenndorf sei. Die Verwaltungsstruktur solle verschlankt werden. Ziel des Ministeriums seien eine gemeinsame Zukunftsstrategie und eine einheitliche Marktposition. Beide Gesellschaften sollen eigenständig bleiben. Um die täglichen Aufgaben in Bad Nenndorf wird sich eine Verwaltungsleitung unterhalb des Geschäftsführers kümmern. Das Finanzministerium hat laut Pressemitteilung „in den vergangenen Jahren“ 20 Millionen Euro in das Staatsbad Nenndorf investiert. Darüber hinaus sollen „in den kommenden Jahren“ weitere sechs Millionen Euro in den Standort fließen, und zwar um das Innenbecken der Landgrafentherme und das Therapiebecken der Landgrafenklinik zu sanieren.

gus

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