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Das Tauziehen geht weiter

Kurhaus-Sanierung wird wohl um 500 000 Euro teurer Das Tauziehen geht weiter

Die Kurhaus-Sanierung ist noch immer nicht sicher. Nach Informationen der Schaumburger Nachrichten liegen die Kosten für das Vorhaben laut neuen Plänen um etwa 500 000 Euro über den erwarteten 6,8 Millionen Euro. Jetzt könnte der Rat die Sache trotz des Bürgerentscheides pro Sanierung wegen finanzieller Bedenken doch noch abblasen.

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Quo vadis, Kurhaus?

Quelle: js

BAD NENNDORF. . Vor knapp zwei Jahren hatte der Finanzausschuss die Sanierung noch für bezahlbar gehalten. Doch ist das jetzt auch noch so? Ein Anruf bei Stadtdirektor Mike Schmidt ergab nicht nur wenig substanzielle Informationen. Der Verwaltungschef verschickte anschließend auch gleich eine E-Mail an die Fraktions- und Gruppensprecher, um diese über das aktuelle Interesse dieser Zeitung an dem Thema zu unterrichten.
Die Sanierungskosten belaufen sich nach SN-Informationen nun auf knapp 7,3 Millionen Euro. Offenbar liegt dies am allgemeinen Preisanstieg auf dem Bausektor und an Änderungen für eine Praxiserweiterung. Die Zahl bestätigte Schmidt allerdings nicht, auch nicht die Größenordnung des Kostenanstiegs.
Er räumte aber ein: Alles hängt von der Finanzierbarkeit ab. Könne die Stadt sich das Vorhaben nicht leisten, sei der Bürgerentscheid nicht umsetzbar. Diese Klausel hatte bereits Ende 2014 zu einer detaillierten Überprüfung der Zahlen geführt. Ergebnis damals: Vermietet die Stadt 90 Prozent der Kurhausflächen, reichen die Einnahmen, um die Sanierungskosten von rund 6,8 Millionen Euro in einem angemessenen Zeitraum zu erwirtschaften.
Die Summe stammt aus einem Vorentwurf des Büros pm von 2011. Seither ist der Baupreisindex um rund zehn Prozent gestiegen. Mittlerweile hat pm den eigenen Entwurf überarbeitet und einen fertigen Plan mit der neuen Summe vorgelegt. Laut Schmidt wird es in zwei bevorstehenden Sitzungen auch um die Finanzierungsfrage gehen. Vorher wolle er sich dazu nicht äußern.
Am 12. Dezember kommen Bad Nenndorfer Politiker zu einer interfraktionellen Beratung namens „Runder Tisch Kurhaus“ zusammen. Dabei soll auch ein neuer Raumzuschnitt im Inneren diskutiert werden. Auf eigenen Wunsch wollten Vertreter der Bürgerinitiative (BI) „Rettet das Kurhaus“ daran teilnehmen – dies wurde nicht gestattet. Öffentlich will der Rat das Thema aber bei einer Sitzung am Mittwoch, 14. Dezember (19.30 Uhr, Raum Hofrat Schröter), besprechen. Die CDU war seit je her gegen die Sanierung, die SPD hatte stets vor einer Kostenfalle gewarnt. Gemeinsam haben die Volksparteien eine sichere Mehrheit im Rat.
Dirk Schumacher vom Verein Mehr Demokratie Bremen-Niedersachsen, der noch in Kontakt mit der hiesigen BI steht, wundert sich über die Vorgänge. Er habe mitbekommen, dass sich die Umsetzung des Bürgerentscheides bereits jetzt mehr als drei Jahre hinzieht. Und es wäre aus seiner Sicht ungewöhnlich, sollte das im September 2013 getroffene Bürgervotum nun wegen gestiegener Sanierungskosten gekippt werden. Allerdings räumt er ein, dass das Bürgerbegehren auch kaum mit anderen vergleichbar ist. gus

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