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Debatte beendet

Reaktionen auf Miegel-Entscheid Debatte beendet

Die Reaktionen auf das Resultat des Bürgerentscheids fallen in Bad Nenndorf höchst unterschiedlich aus. Während die Befürworter des Verbleibs der Miegel-Stele im Kurpark enttäuscht sind, gehen die Gegner davon aus, dass das Denkmal in Kürze entfernt wird.

Bad Nenndorf. Steffen Holz, DGB-Regionssekretär und Mitglied bei „Bad Nenndorf ist bunt“, sieht die Angelegenheit als „erledigt“ an. Der Ratsbeschluss wird seiner Erwartung nach nun umgesetzt, die Stele aus dem Park entfernt.

 Die niedrige Wahlbeteiligung (21 Prozent), wegen der das Bürgerbegehren gescheitert ist, sei zwar nicht zufriedenstellend, aber mehr sei angesichts des Themas auch nicht zu erwarten gewesen. Dennis Grages, Kreisvorsitzender der Jusos, ist zufrieden, dass der Entscheid gescheitert ist. „Die eine oder andere Nein-Stimme mehr“ hätte es zwar schon sein sollen, doch Grages wertet die Nichtteilnahme der deutlichen Mehrheit der Bürger als ein Zeichen der Ablehnung des Entscheids.

 Das Interesse an dem Thema sei gering gewesen, meint Grages, der aber auch betont, es gehe nicht gegen die Dichterin und deren Anhänger, sondern nur darum, sie wegen ihrer NS-Vergangenheit nicht öffentlich zu ehren. Olaf Buschmann (Linke) rechnet mit einer Umsetzung des Ratsbeschlusses, der auf seinen Antrag hin gefasst wurde, binnen vier Wochen. Er wertet das Resultat als deutliches Signal. Nur 15 Prozent der Bad Nenndorfer sei für den Erhalt des öffentlichen Denkmals.

 Als gute Verliererin erwies sich die Bad Nenndorfer CDU-Vorsitzende Marlies Matthias. „Wir müssen das so akzeptieren“, sagte sie. Eine erneute Diskussion im Rat will sie nun aber keinesfalls anstoßen. Es gebe einen Beschluss, der jetzt in die Tat umgesetzt werde. Es gebe andere Sorgen, um die sich die Politik jetzt kümmern müsse.

 Allerdings geht Matthias davon aus, dass das schlechte Wetter den Bürgerentscheid eine erhebliche Zahl an Stimmen gekostet hat. Sie sieht außerdem ein Generationenproblem: Jüngere Menschen interessierten sich kaum für Agnes Miegel. Deshalb sei es schade, dass das Denkmal entfernt wird. Es störe niemanden und sei ein touristischer Anziehungspunkt gewesen.

 Eine bemerkenswerte Sichtweise offenbart eine Mitteilung des Sprechers der Agnes-Miegel-Gesellschaft, Detlef Suhr. Dieser wertet den Umstand, dass nur gut 1500 von mehr als 9500 Wahlberechtigten für den Verbleib des Denkmals gestimmt haben, nicht etwa als Niederlage der Miegel-Anhänger, sondern als „katastrophale Niederlage“ von „Bad Nenndorf ist bunt“, der Linken und „linksradikaler Gruppen“. 77 Prozent seien für den Verbleib.

 Der Rat müsse sich fragen, ob er seinen Beschluss vom Oktober, Miegel aus dem Park zu schicken, „gegen die überwältigende Mehrheit der Bürger durchsetzen will“. Fragen muss sich der Rat das aber eigentlich nicht, da der Beschluss nur wegen des Bürgerbegehrens auf Eis gelegt wurde.

gus

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