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Demo verläuft friedlich

Bad Nenndorf feiert sein nazifreies Winckler-Bad Demo verläuft friedlich

Sie sind nicht gekommen, die Nazis. Die Gegendemonstranten aber sehr wohl. 250 Teilnehmer hat die Polizei bei der DGB-Kundgebung am Sonnabend in Bad Nenndorf gezählt, 109 Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Ohne Störaktionen und ohne nennenswerte Zwischenfälle verlief die Demonstration. 

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Die Stimmung ist gut bei den Nazi-Gegnern

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Das Motto „Protest und Fest“ bewahrheitete sich also.Der Vorsitzende des Bündnisses Bad Nenndorf ist bunt, Jürgen Uebel, nahm den Erfolg, dass die Nazis offenbar vertrieben wurden, zum Anlass, die bewegte Geschichte des Widerstands gegen Rechts in der Kurstadt zu durchstreifen. Anfangs habe sich die Zivilgesellschaft schwer getan, mit dem braunen Spuk umzugehen. In dieser Zeit sei das linksextreme Lager quasi für Bad Nenndorf eingesprungen.Uebel bezog diese Gruppierung ausdrücklich in die Reihe der Unterstützer ein, denen er dankte. DGB, Landespräventionsrat, Stadt, Jüdische Gemeinde, Parteien und Gruppen von außerhalb standen auch auf dieser Liste. Erst 2010, als die Nazikundgebung vorm Winckler-Bad den Vorzug vor einer Demo des bürgerlichen Lagers erhalten hatte, sei „manchen der Draht aus der Mütze“ gesprungen. So sei die Party-Meile entstanden, an der die Bad Nenndorf mit Vuvuzelas, Schlumpflied und Sprechchören den „Trauerklößen“, so Uebel, die Tour vermasselten.Dieser geht davon aus, dass die Neonaziaufmärsche in der Stadt Geschichte sind. „Diese Leiche wird sich nicht wiederbeleben lassen“, war er sich sicher. Doch dies bedeute nicht das Ende des Widerstands gegen Rechts in Bad Nenndorf. Die Nazis seien vergrämt worden wie Wühlmäuse im Garten, aber nicht geläutert. Dem schlossen sich die übrigen Redner, darunter Stephan Manke, Staatssekretär im Innenministerium, Arend de Vries, Vizepräsident der Landeskirche, und Verwaltungschef Mike Schmidt. Bürgermeisterin Gudrun Olk dankte auch im Namen der Stadt den Unterstützern der vergangenen Jahre. Und sie warb ebenso um fortwährende Wachsamkeit. Das Banner mit der Aufschrift „Bad Nenndorf wehrt sich“ habe immer Gültigkeit.Marina Jalowaja, Sprecherin der Jüdischen Gemeinde, warnte davor, jetzt beim Widerstand nachzulassen. Rechtsextremismus sei in Deutschland auf dem Vormarsch. Steffen Holz (DGB) sagte bei der Abschlusskundgebung am Winckler-Bad, der Kampf gegen Neonazis sei nicht zu Ende, doch nach elf Jahren habe der Protest in Nenndorf zum Erfolg geführt. ---------------------------------------------------Kommentar von Guido Scholl:Es ist vollbracht: Die braune Brühe ist abgelaufen. Denen, die Widerstand gegen die Neonazis geleistet haben, gebührt tiefer Respekt und großer Dank. Jürgen Uebel, Sigrid Bade, Thomas Winkler und Vera Winkler, Silke Engelking – der Platz, um auch nur die wichtigsten Aktivisten aufzuzählen, reicht an dieser Stelle einfach nicht aus.Als Lokalredakteur ist man den Gemeinden, über die man schreibt, zwangsläufig zugetan. Daher lässt es auch den Redakteur Scholl nicht kalt, wenn Jahr für Jahr Hohlköpfe die Bad Nenndorfer Bahnhofstraße hinauf und hinunter laufen und vor dem Winckler-Bad große Töne spucken. Sätze, die klingen, als sei alle Welt verblödet, und nur ein Häufchen Verblendeter durchblicke die Dinge. In solchen Momenten konnte sich wohl niemand diesem Gedanken verschließen: Was wäre, wenn diese ewig Gestrigen einmal das Ruder in die Hand bekämen?Daher spreche ich all den Aktivisten im Kampf gegen Rechts auch meinen persönlichen Dank dafür aus, dass sie geholfen haben, dieses Schreckensszenario auszuschließen. Sie haben diese Brühe ausgelöffelt.

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