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Bad Nenndorf / Projekt Den Alltag erleichtern

Was mit einer ambitionierten Idee der Lokalen Agenda begann, hat sich binnen weniger Wochen zu einem ausgereiften Projekt entwickelt, das Flüchtlinge in Bad Nenndorf in ihren Anfängen in Deutschland unterstützen soll.

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Ceno (Zweiter von rechts) und seine Schwestern Samuela (von rechts), Albiana, Almira und Erdiana gehen bereits zur Schule. Auch ihre Eltern, Elmir und Susana Avdija, werden dank eines neuen Projekts in Bad Nenndorf demnächst ihren ersten Sprachunterricht erhalten. Nur für den Jüngsten, Amar, hat das mit dem Schulunterricht wohl noch etwas Zeit.

Quelle: kle

Bad Nenndorf. Am heutigen Donnerstag werden rund 15 Asylsuchende, die derzeit in Übergangswohnungen in Bad Nenndorf sowie in Nordbruch untergebracht sind, ihren ersten Sprachunterricht im Mehrgenerationenhaus (MGH) erhalten.

 Wer als erwachsener Flüchtling nach Deutschland kommt, erhält vom Staat erst dann einen Sprachkurs gestellt, wenn sein Flüchtlingsstatus anerkannt wurde. Wer sich noch in einem schwebenden Verfahren befindet, muss sich erst einmal ohne Deutsch-Kenntnisse zurechtfinden. Da die fremde Sprache für Asylbewerber oft die größte Barriere für ihr Leben in Deutschland darstellt, hatte die Lokale Agenda die Idee, ehrenamtliche Helfer zu suchen, die für Interessierte einen ersten Sprachunterricht auf die Beine stellen.

 Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Awo, dem Interkulturellen Frauenkreis Schaumburg, dem Präventionsbeirat Nenndorf sowie von einigen Privatleuten. Als die ehemaligen Lehrer Eckart Wossidlo und Maggie Kaufmann auf das Projekt aufmerksam wurden, boten sie ebenfalls ihre Hilfe an. Sie wollen den Unterricht im MGH ehrenamtlich leiten.

 Sprachunterricht für Flüchtlinge aus Syrien, Montenegro, Mazedonien, Albanien, Serbien und dem Kosovo zugleich – das klingt mehr als kompliziert. Wossidlo, der früher im Ausland Deutsch als Fremdsprache unterrichtet hat, erklärt, wie es geht: „Die Muttersprache spielt erst einmal gar keine Rolle, es wird sofort in der Zielsprache unterrichtet.“ Es beginne mit ersten Phrasen der Begrüßung und des Kennenlernens. Vieles laufe über Bilder und das Nachstellen von Alltagssituationen, vom Arztbesuch bis zum Einkauf. Einen vollständigen Sprachkurs ersetze das selbstverständlich nicht, sagt Wossidlo. Aber die erlernten Phrasen sollen den Alltag der hier Lebenden vereinfachen und ihnen wichtige Grundkenntnisse mit auf den Weg geben.

 Bei einem gemeinsamen Kennenlern-Nachmittag kamen alle zukünftigen „Schüler“ samt ihrer Familien im Café Frenkel zusammen. Ein „herzliches Willkommen an alle“ – von ehrenamtlichen Mitwirkenden in mehrere Sprachen übersetzt – richtete Mitinitiatorin Vera Winkler an die vielen Gäste. „Wir hoffen, dass Sie sich in Bad Nenndorf wohl- und sicher fühlen.“

 Auf Elmir Avdija trifft das auf jeden Fall zu, sagt er. Er ist mit seiner Familie vor wenigen Monaten aus dem Kosovo geflohen, derzeit leben sie in Nordbruch. Avdija fühlt sich in Schaumburg sicher und gut aufgenommen, auch dass die Kinder gleich eingeschult wurden und die nötigen Schulsachen bekamen, freue ihn. Für ihn selbst und seine Frau Susana bleibe die Sprachbarriere aber ein großes Problem, weshalb er über das Angebot des Unterrichts sehr froh sei. Am wichtigsten sei ihm, zu lernen, wie er bei einem Arztbesuch vorgehen muss – bei sechs Kindern nicht verwunderlich.

 Dass sich das Projekt innerhalb so kurzer Zeit so gut entwickelt hat, überrascht und freut Vera Winkler gleichermaßen. Eine feste Zeitspanne für die Aktion gebe es aber noch nicht. Nachfolgeprojekte seien durchaus denkbar. „Wir werden erst einmal sehen, wie sich alles entwickelt.“ kle

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