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Den Anglern gehen die Fische aus

Fischereiverein leidet unter Renaturierung der Aue Den Anglern gehen die Fische aus

Der Fischereiverein Bad Nenndorf leidet unter der Renaturierung der Rodenberger Aue. Weil das Gewässer wieder seinem natürlichen Verlauf folgt, finden die Angler weniger „Beute“.

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Die Forelle: Fisch des Jahres 2013.

Quelle: Frank Wilde

Bad Nenndorf. .  Die Stadt hilft nun mit einem 660-Euro-Zuschuss. Der Verein möchte die Population der Fische in der Rodenberger Aue wieder vergrößern, nachdem diese wegen der Renaturierung geschrumpft war. Dazu benötigte die Gruppe aber Geld. Förderfähig ist das Vorhaben nicht, obwohl es in Zusammenhang mit der Renaturierung der Aue steht, die mit Fördergeld finanziert wird. Daher klopften die Angler bei der Stadt Bad Nenndorf an, genauer: beim Umweltausschuss.

 „Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, diesen Antrag zu unterstützen“, sagte Ausschussvorsitzender Bernd Zimmermann (WGN). Heinrich Steding (CDU) monierte, dass eigentlich das Land den Zuschuss zahlen müsste. Letztlich gehe es um das Ausgleichen eines Defizits, das mit den Arbeiten an der Aue einhergeht. Deshalb solle das Land als Verpächter für den Schaden aufkommen.

 Hintergrund: Der Fischereiverein pachtet die Ufer der Aue vom Land Niedersachsen. Die Verträge laufen nach Angaben des Vorsitzenden, Manfred Heyse, über zwölf Jahre. Betroffen sind auch die Bereiche mit großen Kiesbänken, beispielsweise an der Horster Mühle. Als Folge nimmt die Zahl laichender Forellen ab. Gegen die Renaturierung an sich wollen die Angler nicht vorgehen, betonte Heyse.

 Daher setzen sie Hunderte Fische aus. Die Gesamtkosten belaufen sich auf mehr als 3000 Euro. Die 660 Euro der Stadt sollen die Differenz decken, die der Verein nicht selbst finanzieren kann. Bauamtsleiter Hans-Bernhard Kampen gab zu bedenken, dass die Summe durchaus gerechtfertigt ist, zumal die Renaturierung im Auftrag der Stadt ursächlich für den Rückgang der Fische ist. Otto Seifert (CDU) wies darauf hin, dass das Problem mit dem einmaligen Aussetzen von Fischen nicht gelöst wird. Dem pflichtete Heyse bei.

 Steding warnte davor, dass ein Ja zu dem Antrag eine Flut weiterer ähnlicher Anträge nach sich ziehen könnte. „Hinterher stellen die Jäger einen Antrag und wollen Hasen aussetzen“, warf einer der Politiker scherzhaft ein. Steding und Zimmermann gehen zudem beide davon aus, dass der Zuschuss nun nicht in jedem Jahr fließen soll.

 Heyse entgegnete: Der Fischereiverein habe seit seiner Gründung bisher nie einen Antrag an die Stadt gestellt. Der Rat votierte bei einer Enthaltung für den Zuschuss. 18 Mitglieder und 16 „Gastangler“ nutzen die Aue-Ufer für ihr Hobby.

 Heyse erklärte auch, dass die Angler keineswegs alle Fische, die sie in dem Flüsschen aussetzen, irgendwann wieder am Haken haben. Natürliche Feinde schnappten sich den größeren Teil davon. Insofern füttert die Stadt mit ihrem Zuschuss also auch einen Teil der Tierwelt. gus

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