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Denkmal-Tilgung „Merkmal von Diktaturen“

Bad Nenndorf / Miegel-Anhänger kritisieren Rat Denkmal-Tilgung „Merkmal von Diktaturen“

Die Anhänger der Dichterin Agnes Miegel haben gegenüber dieser Zeitung Partei für die Belange der Agnes-Miegel-Gesellschaft ergriffen. Gleich mehrfach äußerten Bürger ihr Unverständnis über die Entscheidung des Rates der Stadt, das Denkmal Miegels aus dem Kurpark zu entfernen.

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Quelle: gus/Archiv

Bad Nenndorf. Der Bad Nenndorfer Jörg Wiegel hat einen Vergleich zur Landgrafen-Klinik gezogen, die erst kürzlich nach Wilhelm IX. von Hessen-Kassel benannt worden war. Dieser soll zahlreiche junge hessische Männer zwischen 16 und 30 Jahren zwangsrekrutiert und nach England verkauft haben. Auch die Landgrafentherme und das Landgrafenhaus erinnern an den feudalen Mitgestalter Bad Nenndorfs.
Ursula Meyer aus Bad Eilsen sprach sich ebenfalls gegen ein Verbannen der Miegel-Plastik aus. Das Entfernen von Denkmälern ist in ihren Augen ein „Merkmal von Diktaturen“. „Kommunistische, sozialistische, national-sozialistische und andere diktatorische Regime haben schon immer ihnen unliebsame Persönlichkeiten aus dem Gedächtnis der Bürger zu löschen versucht“, schreibt Meyer. Denkmäler seien entfernt, Bücher aus Bibliotheken verbannt worden. Meyer stellt es als unvereinbar mit der „freiheitlichen, demokratischen Grundordnung“ dar, dass sich der Bad Nenndorfer Rat dazu entschlossen hat, das Miegel-Denkmal aus dem Kurpark zu tilgen. Sie bezeichnet den Vorgang als menschenverachtend und demokratiefeindlich.
Zudem stellt die Bad Eilserin zur Debatte, auch die Bücher der Dichterin, die einst in Bad Nenndorf wohnte, aus dem Bibliotheken zu entfernen. Diesen Akt skizziert Meyer als mögliche Vorstufe zu noch weitergehenden Taten und adressiert direkt die „Linke“, deren Ratsvertreter Olaf Buschmann den Antrag zur Entfernung gestellt hatte.
Allerdings hatte Buschmann auch stets betont, dass es lediglich um das Entfernen des Denkmals aus dem öffentlichen Raum geht. Die Stele soll der Miegel-Gesellschaft übertragen werden. Das Auslöschen des Gedenkens an die Dichterin ist nicht in Buschmanns Sinn. Jedem sei freigestellt, weiterhin deren Texte zu lesen, und die Miegel-Gesellschaft könne mit dem Denkmal auf eigenem Grund verfahren, wie es ihr beliebt. gus

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