Bad Nenndorf (tes). Im Mittelpunkt standen unterschiedliche Facetten im Leben von Geliebten einflussreicher Persönlichkeiten – von Eva Braun über die berühmteste Praktikantin der Welt, Monica Lewinsky, bis zur gleichgeschlechtlichen Liebe von Märchenkönig Ludwig von Bayern zu seinem „Favoriten“ Fürstensohn Paul von Thurn und Taxis. „Soweit ich weiß, hat es das in Deutschland noch niemals gegeben“, beschrieb die Autorin ihre umfangreiche „Wer-mit-wem“-Liste.
Während der Begriff Mätresse heutzutage einen zweifelhaften Beigeschmack hat, bekleideten diese einst einflussreiche Positionen. Allen voran: Madame de Pompadour, die am Hofe von König Ludwig XV als oberste Geliebte den halboffiziellen Beruf der „Maîtresse-en-titre“ führte. Sie beriet den König in politischen Fragen und empfing sogar den jungen Mozart zu einem Privatkonzert.
„Seine Liebschaften zu koordinieren, war eine Kunst, die Pablo Picasso beherrschte“, berichtete die Autorin. Der Maler habe es genossen, zuzusehen, wie seine Geliebten um seine Gunst kämpften. Als eine wagte, ihn zu verlassen, musste sie es bitter bereuen. „Niemand verlässt einen Picasso“, zitierte Röhrig den Kommentar des Künstlers. Und auch in Schaumburg sorgte eine Mätresse für Skandale: Reichsgräfin Sophie Bentinck verliebte sich in Albrecht Wolfgang von Schaumburg-Lippe, verließ 1738 ihren Gatten, zwang ihre beste Freundin zu einer Ehe zu Dritt und gebar zwei Kinder, die in Pflegefamilien großwurden.
„Die Menschen lieben es, unter die Bettdecken berühmter Persönlichkeiten zu schauen“, erklärte die Autorin den Erfolg ihres in dritter Auflage erschienenen Werkes, das an diesem Abend reißenden Absatz fand. „Faszinierend“, sei laut Renate Rienecker aus Rodenberg das Schicksal von Gräfin Anna Cosel, die im Auftrag von August dem Starken 50 Jahre lang gefangengehalten wurde.
Heinrich Prinz von Hannover signierte Bücher, beantwortete Fragen und versprach „Geheimnisse, die Sie sonst nirgends erfahren.“ Klar wurde: Aus Liebe zu heiraten ist eine relativ neuartige Angelegenheit. Obwohl so manche Liaison auf dem Schafott endete, meinte Röhrig, sie könne sich vorstellen, dass die Mätressen und Favoriten ehrlich geliebt wurden: „Starke Gefühle können schnell in Hass umschlagen.
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