Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Der Unfall nach der Katastrophe

Bad Nenndorf/Bückeburg Der Unfall nach der Katastrophe

Der tödliche Verkehrsunfall von Bad Nenndorf am Karfreitag 2010 hat ein weiteres Verfahren nach sich gezogen. In einem Zivilprozess sprach das Bückeburger Landgericht einem Motorradfahrer aus Soldorf, der mit seiner Maschine in das Autowrack auf der Bundesstraße 442 gekracht war, fast 12000 Euro Schadensersatz sowie weitere 3000 Euro Schmerzensgeld zu.

Voriger Artikel
Kinder spenden Leckereien für Kinder
Nächster Artikel
Kleiner Wickinger erlebt großes Abenteuer

Bad Nenndorf/Bückeburg (ly). Außerdem stellte die 2. Zivilkammer fest, dass dem Kläger alle weiteren Schäden erstattet werden müssen, die mit dem Unfall am Karfreitag 2010 zusammenhängen. Dies berichtet Rechtsanwalt Dieter Wissgott, dessen Kanzlei den Biker vertreten hatte. Verurteilt hat das Gericht einen Familienvater aus Suthfeld, der damals drei Angehörige verlor, sowie dessen Versicherung, die sich geweigert hatte zu zahlen. Das Urteil kann noch angefochten werden.

Dies ist die zivilrechtliche Seite. Bestraft worden war der Familienvater dagegen nicht, er ist ohnehin schon gestraft genug. Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft zwar auch gegen ihn ermittelt, das Verfahren dann aber eingestellt. Im Strafprozess kam die Berufungskammer am Landgericht zu der Überzeugung, dass dem Mann ein Fahrfehler unterlaufen war, weil er im Bereich einer Linkskurve zu spät gelenkt hatte. Der BMW, besetzt mit fünf Insassen, prallte gegen einen Baum und wurde zurück auf die Straße geschleudert.

Auf der Anklagebank saß später ein Rentner (65) aus Hohnhorst, den nach Überzeugung der Berufungsrichter jedoch keine Schuld an dem Unfall mit drei Toten und Verletzten trifft. Gegen die Entscheidung ist noch Revision möglich. Verurteilt hatte die Kammer den 65-Jährigen lediglich, weil er am Ende des Überholvorgangs zwischen Kreuzriehe und Bad Nenndorf bei Tempo 140 fast in den Gegenverkehr gerast wäre. Dass er den Wagen der Familie mit seinem Roadster geschnitten hat, konnte dem Rentner nicht nachgewiesen werden.

Im Zivilprozess hat der Motorradfahrer ihm den Streit verkündet, um sich eine Hintertür offenzuhalten. Falls der Biker mit seiner Klage gegen den Familienvater und die Versicherung scheitert, kann er versuchen, sich an dem Roadster-Fahrer schadlos zu halten.

An 2. April hatte der Kradfahrer keine Chance. Er war aus der Gegenrichtung gekommen, konnte weder bremsen noch ausweichen, als das Wrack auftauchte. Dagegen sieht das Gericht beim Familienvater „einen schuldhaften Verstoß gegen die Geschwindigkeitsbeschränkung“. Durch die Kollision hatte der Motorradfahrer schwere Verletzungen erlitten, darunter ein Bruch des dritten Brustwirbels. Die Maschine war Totalschaden.

Für den Kläger, so heißt es im Zivilurteil, sei der Unfall „ein unabwendbares Ereignis“ gewesen, das „auch durch äußerste Sorgfalt nicht abgewendet werden kann“. Ein Gutachter war zu dem Schluss gekommen, dass der Motorradfahrer zwischen 75 und 92 Stundenkilometern schnell gewesen sei, der BMW sei mit 117 bis 127 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen. Erlaubt ist an der Stelle Tempo 100.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg