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Der Unwaschbare

Algen werden zum Problem Der Unwaschbare

Um das Wasserspiel „Großer Abwasch“ braut sich neues Ungemach zusammen. Das Algenaufkommen hat den sogenannten Tassenstapel derart verschmutzt, dass die jüngste Grundreinigung fehlgeschlagen ist. Die Stadt sucht nach einer Lösung.

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Die dicke grüne Schicht lässt sich nicht mehr ohne chemische Zusätze oder mechanische Mittel entfernen.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Erst Anfang dieser Woche hatte der „Abwasch“ wegen seiner teils dicken Algenschicht von sich reden gemacht. Doch das Problem ist weit schwerwiegender als gedacht, denn der Grund für das unansehnliche Äußere ist keineswegs in versäumten Reinigungsarbeiten zu suchen. Selbst mit einem Hochdruckreiniger bekommen die Mitarbeiter der Kur- und Tourismusgesellschaft (KurT) die Algen nicht von dem Aluminiumgebilde herunter – so fest haben sich diese mit der rauen Oberfläche verbunden.

Wie es dazu kommen konnte, ist derzeit noch nicht final festzustellen. Ein Aspekt, der wohl eine ausschlaggebende Rolle spielt, ist das Chlorverbot für das Wasser, das über die Tassen läuft. Denn das Aluminium verträgt die Chemikalie nur in geringen Dosen. Nach Informationen Joachim Sings von der Gießerei Strassacker, die den Tassenstapel angefertigt hat, erhielt die Stadt eine Liste mit algenhemmenden Mitteln, die eingesetzt werden dürfen.

Doch eines deutet sich an: Chlor ist effektiver. Am Fontänenfeld gibt es beispielsweise eine Dosieranlage, die Chlor automatisch einspeist. Algen: Fehlanzeige. Und auch in den Wasserbecken im Sonnengarten bildet sich kein Algenschleim, weil dort Chlor eingesetzt wird. Der Tassenstapel hingegen scheint die Kleinstlebewesen förmlich anzuziehen.

Schöpfer rät zur Untersuchung

Allerdings ist dies nur ein Teil des Problems. So viele Algen sich einst auch an dem Brunnen in der Fußgängerzone bildeten – diese ließen sich stets leicht abwaschen. Die Schicht auf den Tassen sitzt hingegen fest. Mit einem Spachtel bekäme man das Grün zwar mühsam weg, doch scharfkantige Gegenstände sind tabu, betont Künstler Timm Ulrichs. Der Schöpfer des Tassenstapels rät zu einer Untersuchung. „Ein Labor sollte das Wasser überprüfen“, so Ulrichs. Eine chemische Lösung sei möglich, mechanisch lasse sich das Problem nicht beheben.

Stadtdirektor Mike Schmidt hat mit der Gießerei Strassacker nun vereinbart, dass eine ohnehin vertraglich festgelegte Grundreinigung mit einem Trockeneis-Strahlgerät vorgezogen wird. Anschließend wird der „Abwasch“ geschliffen und neu lackiert. Möglicherweise geschieht dies aber erst nach dem Winter. Darüber hinaus soll noch einmal genau erörtert werden, wie das Wasser zu präparieren ist, um erneuten Algenbefall zu verhindern.

Konstruktionsfehler

Mit Wasserzusätzen und Trockeneis ist es aber nicht getan. Denn es liegen wohl tatsächliche Konstruktionsfehler vor. Wie Schmidt von Mitarbeitern der KurT erfahren hat, befinden sich in den Untertassen des Stapels keine Abläufe. Selbst wenn der „Abwasch“ abgestellt ist, sammelt sich darin im Winter also Niederschlagswasser, was entweder zu mehr Algen oder aber zu weiterem Reinigungsaufwand führt.

Und noch etwas erschwert der KurT die Arbeit: Die niedrigste Untertasse lässt sich mit Abziehern und ähnlichen Utensilien wegen ihrer Position überhaupt nicht entleeren. Unabhängig davon macht das Kunstwerk viel Mühe, denn bei jeder Reinigung muss das Wasser abgelassen und anschließend eine schleimige Masse aus dem niedrigen Schacht befördert werden. gus

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