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Der letzte Kurpark-Brunnen ist verschwunden

Einst badete die Bürgermeisterin darin Der letzte Kurpark-Brunnen ist verschwunden

Mit dem Verschwinden des letzten Brunnens alter Machart ist ein Kapitel der Bad Nenndorfer Lokalgeschichte wohl endgültig abgeschlossen: Vorerst wird niemand mehr im Kurpark ein Bad nehmen können. Erlaubt war das zwar ohnehin nie, doch gehindert hat dieser Umstand vor allem Kinder nicht, sich etwas Erfrischung zu verschaffen. Die Kinder fanden bisweilen aber auch jugendliche und sogar erwachsene Nachahmer.

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Ellen Hültenschmidt (rechts) und Christel Heringslack (Mitte) beim berühmten Bürgermeister-Bad im Brunnen.

Quelle: Archiv

Bad Nenndorf (gus). Drei der Wasserbecken mit Betonumrandung und blauem Innenanstrich gab es einst. Die ersten beiden verschwanden, als die Promenade im Jahr 2011 saniert wurde. Wie viele junge Bad Nenndorfer im Überschwang einer abendlichen Vergnügungs-Tour in einem der drei Becken planschten, ist natürlich nie gezählt worden.
Vornehmlich im Sommer und zu Zeiten, in denen kein Sicherheitsdienst im Park patrouillierte, hüpften Jugendliche ins kühle Nass. Mehr oder weniger bekleidet – wer weiß, ob nicht so manche Lebenspartnerschaft ihren Ursprung bei einem dieser Ereignisse hatte. Speziell im Umfeld von Abiturfeiern und ähnlichen Ereignissen soll der offiziell nicht gestattete, aber auch nie ernsthaft geahndete Badespaß en vogue gewesen sein.
Und tagsüber ließen Eltern ihre Kleinkinder gern in den Becken toben. Mama und Papa trauten sich immerhin, die Füße ins Wasser zu stecken, um sich etwas abzukühlen. Solche Szenen waren bis zuletzt auch in dem verbliebenen Bassin am Haus Kassel zu beobachten. Die Hinweise, dass es sich bei dessen Inhalt nicht um Trinkwasser handelt, schreckten kaum jemanden ab.
Mit dem Baden ist es nun also vorbei – die Zeit der Wasserbecken ist abgelaufen. Auf der Promenade sprudeln die Fontänen und bieten immerhin den Kindern einen mindestens ebenbürtigen Ersatz. Das Wasserspiel „Großer Abwasch“, das an der Stelle des letzten Bassins aufgestellt wird, enthält kein Becken im eigentlichen Sinn – ebenso wenig wie der 2013 eröffnete Brunnen vor dem Polizeigebäude.
Prominentester Badegast in dem am Mittwoch entfernten Becken war übrigens eine CDU-Politikerin, die seinerzeit sogar das Bürgermeisteramt bekleidete. In einer Jux-Aktion sprang Ellen Hültenschmidt Ende der neunziger Jahre im Sommerkleid in das Bassin, zusammen mit Parteikollegin Christel Heringslack und einer weiteren Badenixe. Heiß war es damals, und die drei Frauen wollten sich einfach etwas Abkühlung verschaffen. Hültenschmidt wird das Aus für die alten Becken aber kaum stören – sie ist bereits im Jahr 2011 aus Bad Nenndorf fortgezogen.
Der Wasserschaden vom Mittwoch könnte beinahe den Anschein erwecken, als wollte das letzte Wasserbecken noch einmal an seine turbulente Geschichte erinnern.
 Welche Erinnerungen verbinden Sie mit den alten Wasserbecken? Wer eine Anekdote erzählen möchte oder einen netten Schnappschuss im Fotoalbum oder auf der Speicherkarte hat, kann sich gern an die Redaktion wenden (Telefon 0 57 23-90 84 172, E-Mail-Adresse: sn-badnenndorf@
madsack.de) oder im Bad Nenndorfer SN-Büro im Haus Kassel vorbeischauen.

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