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Bad Nenndorf Der missbrauchte Bundeskanzler
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Der missbrauchte Bundeskanzler
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00:22 09.01.2015
„Bad Nenndorf in bunt“ und die Initiatoren des Bürgerbegehrens werben mit Flugblättern für ihre Interessen. Quelle: pr.
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Bad Nenndorf

Außerdem kritisieren sie die CDU und werfen den Anhängern Miegels vor, den Friedensnobelpreisträger von 1971, Willy Brandt, für ihre Zwecke zu missbrauchen.

 „Die Dichterin Agnes Miegel hat aufgrund ihres umstrittenen Wirkens in der Zeit des Nationalsozialismus jegliche Vorbildfunktion verloren“, betont Juso-Vorsitzender Dennis Grages. Eine Ehrung in Form eines Denkmals an einem öffentlichen Platz habe sie daher nicht verdient. Die Jusos wehren sich zudem gegen die Vereinnahmung Willy Brandts seitens der Agnes-Miegel-Befürworter. Der ehemaligen Bundeskanzler werde dazu missbraucht, Agnes Miegel von ihren Verstrickungen in der NS-Zeit „reinzuwaschen“. Seinerzeit hatte die Ostpreußin ein Huldigungsgebet für Adolf Hitler verfasst. „Die Behauptung, dass Willy Brandt ein Verehrer von Miegel gewesen sei, entspricht in keinster Weise der Wahrheit“, so Grages.

 Brandt habe Miegel zwar am 1. Juni 1961 in ihrem Haus in Bad Nenndorf besucht, aber dies sei nicht aus Verehrung heraus, sondern „aus reiner Höflichkeit und am Rande einer Wahlkampftour durch die Grafschaft Schaumburg“ geschehen. Brandts eigentliches Ziel in der Kurstadt sei das Staatsbad gewesen, wo er um Wählerstimmen werben wollte. Vor und nach dem Treffen habe es zwischen Miegel und Brandt keinerlei Schriftverkehr gegeben. Diese Informationen stammen Grages zufolge aus dem Archiv der sozialen Demokratie in Bonn.

 Außerdem üben die Jusos Kritik am Verhalten der CDU, die an einer öffentlichen Ehrung Miegels festhalte. „Wir haben absolut null Verständnis dafür, dass man sich beim überaus wichtigen Kampf gegen Rechtsextremismus Jahr für Jahr wegduckt und bei einer eindeutig umstrittenen Persönlichkeit wie Agnes Miegel alles daran setzt, dass diese weiterhin mit einem Denkmal im Kurpark vertreten ist“, so Grages. Ein derartiges Verhalten sei für eine demokratische Partei „höchst fragwürdig“.

 Die Miegel-Fans setzen derzeit offenbar alle Hebel in Bewegung, um beim Bürgerentscheid einerseits die Mehrheit zu erzielen und andererseits auch die nötige Mindest-Stimmenzahl zu erreichen. So bietet die CDU – wie sonst bei Wahlen häufiger die SPD – einen Fahrdienst an. Außerdem wird nach Informationen dieser Zeitung auch in Seniorenheimen für Pro-Miegel-Stimmen geworben.

gus

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