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Die Bundestagswahl wird schmutzig

Deutliche Worte von van de Laar Die Bundestagswahl wird schmutzig

„Donald Trump erinnert mich an ein Kind, das seinen Willen nicht kriegt“ – der frühere Wahlkampfmanager Barack Obamas, Julius van de Laar, hat am Donnerstagabend im Bad Nenndorfer Kurtheater deutliche Worte für den aktuellen US-Präsidenten gefunden. Der Experte sagte als Folge von dessen Sieg auch einen schmutzigeren Bundestagswahlkampf voraus.

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Julius van de Laar.

Quelle: gus

BAD NENNDORF. Im Herbst hatte van de Laar auf Einladung der Volksbank in Schaumburg bereits den Wahlkampf in den USA kommentiert. Seinerzeit beurteilte er Hillary Clinton als das kleinere Übel der beiden Kandidaten. Eingetreten ist das größere. Volksbank-Vorstand Reinhard Schreeck sagte in seiner Begrüßung rundheraus: „America first – ich kann es nicht mehr hören. Aber Trump meint es offenbar ernst.“ Van de Laar widmete sich bei seinem zweiten Auftritt nun der Frage, was Trumps Erfolg für den Bundestagswahlkampf bedeuten könnte.

Falschmeldungen im Wahlkampf

Der Referent setzte bei Trumps Verhältnis zur Realität an. Der jetzige US-Präsident biege sich die Wahrheit zurecht, wie es ihm passt. Im Wahlkampf setzte er selbst auf das, was er nun der Presse vorwirft: Er ließ Falschmeldungen verbreiten und in sozialen Netzwerken teilen. Beispielsweise die frei erfundene und millionenfach verbreitete Nachricht, dass Papst Franziskus sich für Trump ausgesprochen hat.

In den USA kaufen Wahlkämpfer laut van de Laar Kundendaten von Unternehmen wie Amazon auf und beziehen aus den Informationen Rückschlüsse. Der Fahrer eines Toyota Prius beispielsweise stimme zu 80 Prozent für die Demokraten. Kunden des „Bible Store“ wiederum sind eher Anhänger der Republikaner. Und so steuern die Kampagnen-Manager, wen sie zwecks Unterstützung anschreiben. Gezielt habe Trumps Team versucht, Gruppen wie Afroamerikaner, die kaum für ihn stimmen würden, zu demobilisieren, sprich: sie vom Urnengang abzuhalten.

Abfischen und Auswerten von Daten

Dass die US-Taktiken auch bei der Bundestagswahl angewandt werden, ist van de Laar zufolge recht wahrscheinlich. So dürften auch in Deutschland Wahlkämpfer im Auftrag der Parteien von Haus zu Haus laufen und so den Kontakt zu Wählern suchen – wie es in den USA praktiziert werde. Das Abfischen und Auswerten von Daten wierde ebenso praktiziert, wobei sich van de Laar auf Zeitungsmeldungen stützte. Manche Auswüchse hält aber auch er für unwahrscheinlich, beispielsweise regelrechte Drohbriefe an Wähler, um sie so zur Stimmabgabe zu drängen. gus

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