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Die Kurstadt geht baden

Haupt-Wasserleitung platzt Die Kurstadt geht baden

Turbulente Szenen haben sich am Mittwoch am Eingang zum Kurparks abgespielt. Bei den Arbeiten am Zentralen Platz hat ein Baggerführer unter kuriosen Umständen eine Leitung beschädigt, sodass minutenlang Wasser auf die Baustelle sprudelte und zwischenzeitlich sogar ins Haus Kassel zu laufen drohte.

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Ein Bagger löst den Rohrbruch an der Baustelle aus. Anschließend läuft die Baugrube voll.

Quelle: kle

Bad Nenndorf (gus). Die Arbeiter waren gerade dabei, das letzte der alten Brunnenbecken zu entfernen, als gegen 12.15 Uhr die Hauptleitung, die unterhalb der Stelle verläuft, aufplatzte. Schnell bildete sich ein kleiner Teich im Bauloch. Bald reichte die Mulde aber nicht mehr aus, und das Wasser floss an der Seite der Kurhausstraße hinunter. Hektisch wurde es, als das Nass drohte, ins Haus Kassel zu laufen. Mit Schaufeln machten sich die Arbeiter daran, Sand vor die Kellerschächte zu häufen. Doch dann wurde die Wasserzufuhr gestoppt.

Was für die Baustelle in dem Moment ein Segen war, war für die Einwohner großer Teile Bad Nenndorfs jedoch ein Fluch, denn dort gab es vorrübergehend kein Trinkwasser. Der Wasserverband Nordschaumburg reagierte mit sogenanntem Umschiebern, um möglichst viele Haushalte möglichst schnell wieder versorgen zu können.
Glück hatten die Bad Nenndorfer nach Worten des Verbands-Geschäftsführers, Werner Volker, weil die Kurstadt Wasser aus drei Richtungen bezieht: Vom neuen Hochbehälter bei Algesdorf, aus dem Galenberg-Behälter und aus der Quelle bei Landringhausen. „Sonst sähe es schlimm aus“, sagte Volker am Mittwoch.
Betroffen vom Schaden war die Hauptleitung, die von Algesdorf aus kommend bis zur Klinik Niedersachsen verläuft. Mit dem Umschiebern gelang es laut Volker binnen einer halben Stunde, die meisten Haushalte mit Wasser aus Landringhausen zu versorgen.
Der Engpass bestand inklusive Druckschwankungen maximal eine Stunde, so Volker. Deutlich länger blieben aber die Gebäude direkt an der Baustelle „abgeklemmt“. Für die Pizzeria Andria war das ein großes Problem, denn mitten in der umsatzstärksten Zeit konnte Wirt Pino Rana die Gäste nicht mehr bedienen. Noch schlimmer: Der Kaffeevollautomat drohte, wegen der fehlenden Wasserzufuhr den Geist aufzugeben.
Auch das Haus Kassel, das Kurhaus und das Landgrafenhaus saßen lange auf dem Trockenen, nicht jedoch die öffentlichen Toiletten unterhalb der Wandelhalle. Ein günstiger Umstand war, dass die Arztpraxis im Kurhaus seit Montag Sommerurlaub hat. Mehr als fünf Stunden dauerte die Reparatur des Lecks, gegen 17.20 Uhr floss das Wasser wieder überall ungehindert.
Der Grund für den Schaden war, dass ein Hydrant im Erdreich in den Brunnen einbetoniert worden war. Dieses Detail war in den Bauplänen nirgends aufgezeichnet worden. So ahnten die Arbeiter nicht, dass sie beim Entfernen des Betons irgendwann zwangsläufig die Leitung aufreißen würden. Besonders ärgerlich ist der Vorfall, da der Wasserverband der Baufirma extra einen Arbeiter an die Seite gestellt hatte. Denn es war bekannt, dass an sensibler Stelle gebaggert wurde. Wer für den Schaden aufkommen muss, ist noch zu klären. Auch Stadtdirektor Mike Schmidt kündigte an, den Vorfall aufarbeiten zu lassen.

Wasserprobleme haben Tradition

Nach dem Rohrbruch bei Waltringhausen im Juni und dem Leck in der Kurhaus-Heizung hat die Kurstadt in diesem Sommer schon den dritten Wasserschaden erlitten. In Bad Nenndorf hat Ärger mit Wasser ohnehin Tradition: Auch beim Brunnen in der Innenstadt waren einst viele Kubikmeter ins Erdreich versickert. Und beim Bau der Westlichen Entlastungsstraße schoss im Juli 2013 eine mehrere Meter hohe Fontäne in die Höhe, weil dort ein Baggerfahrer ein Rohr getroffen hatte. Jetzt ereignete sich ausgerechnet dort ein Schaden, wo der heiß diskutierte Brunnen „Großer Abwasch“ entstehen soll. Es war sozusagen die „letzte Spülung“ der alten Brunnen.

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