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Die Notbremse ziehen

Erhöhung der Kita-Gebühren Die Notbremse ziehen

Die Kita-Gebühren werden ab dem 1. August erhöht, sollte es nach dem Willen des Jugendausschusses der Samtgemeinde gehen. Besonders Eltern, die ihre Schützlinge über die Kernbetreuungszeit (8 bis 13 Uhr) hinaus beaufsichtigen lassen wollen, müssen künftig tiefer in die Tasche greifen.

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Für Familien, die auf lange Kinderbetreuung angewiesen sind, wird es richtig teuer.

Quelle: Grafik: Elze

Samtgemeinde Nenndorf. Mit etwa vier Millionen Euro bezuschusst die Samtgemeinde derzeit die Kinderbetreuung in den Kommunen jährlich. Das sind etwa 60 Prozent der Gesamtkosten. „Die Realitäten haben sich völlig verschoben“, sagte Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt. Denn eigentlich war ursprünglich vorgesehen, dass die Kosten zu je einem Drittel durch Elterngebühren, Mittel vom Land und Bezuschussung der Samtgemeinde gedeckt werden.

Entsprechend sollen die Ausgaben nun „paritätischer“ verteilt werden und der prozentuale Anteil der Eltern von derzeit 14,7 auf 20 Prozent ansteigen, so Schmidt. Für die Samtgemeinde ergeben sich dadurch Mehreinnahmen von etwa 130.000 Euro.

Ermittelt wurden die neuen Gebührenwerte mithilfe einer Kalkulation, die anhand einer Äquivalenzziffernrechnung erstellt wurde. Darin liegen auch die unterschiedlichen Erhöhungen begründet, da ein Kind, das von 8 bis 16.30 Uhr betreut wird, mehr Kosten verursacht, als eines, welches nur fünf Stunden in die Obhut von Kitas gegeben wird.

Krippenbeiträge innerhalb der Kernzeit bleiben gleich

Für Jungen und Mädchen, die von 8 bis 13 Uhr in einer Krippe betreut werden, bleibt der Gebührenansatz mit 190 Euro gleich. Für Kindergartenkinder erhöht sich der Betrag für den selben Zeitraum um zehn auf 140 Euro. „Uns war wichtig, dass der gesetzliche Anspruch von 8 bis 13 Uhr, den die meisten nutzen, nicht erheblich teuerer wird“, sagte Schmidt.

Bei den anderen Betreuungsangeboten, die sich über sieben beziehungsweise 8,5 Stunden erstrecken, fällt die Erhöhung allerdings deutlicher aus. Am heftigsten schlucken dürften wohl Eltern von Krippenkindern, die ihre Schützlinge von 8 bis 16.30 Uhr betreuen lassen. Sie zahlen künftig 60 Euro mehr im Monat (siehe Grafik). Auch die Hortgebühren steigen von 165 auf 195 Euro. Doch es gibt gute Nachrichten für Alleinerziehende: Jene können Zuschüsse vom Landkreis erwarten.

„Uns fliegen die Kosten weg“, befand Heike Beiersdorfer (WGN). Und: „Wir haben 19 Millionen Euro Schulden auf der Uhr. Wenn wir so weitermachen, werden die Gebühren bald vom Kreis bestimmt, dann geht es hier anders zu.“ Auch die übrigen Ausschussmitglieder sahen es als notwendig an, mehr für die Betreuung von Kindern zu verlangen. Einzig Imke Hennemann-Kreikenbohm (Grünen) votierte dagegen. Nach ihrer Meinung sollten auch die Gebühren für die Kernzeiten deutlicher angehoben werden.

Noch ist die Erhöhung allerdings keine beschlossene Sache. Erst das Votum des Samtgemeinderats entscheidet darüber, ob die Satzung geändert wird. js

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