Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Die Puller-Poller

Schäden an Kurpark-Leuchten Die Puller-Poller

Hunde haben es in der Kurstadt schon nicht leicht. Ständig sind sie die Sündenböcke für übelriechende Verschmutzungen auf Wegen und Wiesen. Und jetzt haftet dem „besten Freund des Menschen“ auch noch der Makel „Vandalismus im Kurpark“ an.

Voriger Artikel
Didi hat „Honig im Kopf“
Nächster Artikel
Schüler wollen Spaß auf Rädern

Das Gros der Urin-geschädigten Lampen blättert derzeit noch im Nenndorfer Kurpark vor sich hin.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Zwölf der nagelneuen Poller-Lampen haben unbekannte Vierbeiner beschädigt. Mutmaßlich, zumindest.

Dabei folgten die Hunde ganz offenbar einem natürlichen Bedürfnis: Sie hoben die Beinchen und urinierten gegen die grau lackierten Lämpchen, die die Wege rund ums Schlösschen bestrahlen. Zu dumm, dass die Lampen nicht resistent sind gegen Hunde-Pipi. Der Lack war ab. Man könnte auch sagen, die Lichtspender sahen aus wie – nun ja, wie das andere Ausscheidungsprodukt, das Hunde manchmal auf Wegen hinterlassen.

Die Stadt wollte das nicht einfach so hinnehmen. Außen-Lampen müssen nach Meinung der Verwaltung nicht nur Regen und Hagel sondern auch Rex und Hasso trotzen. Also wurde eine der kniehohen Pollerleuchten an deren Hersteller zurückgeschickt. Der Laborbericht war eindeutig: Ammoniak löste die Lackschicht vom Untergrund.

Die Substanz entsteht bei bakteriellen Umwandlungsprozessen des Harnstoffs, sie macht das Pipi sauer. Und Säure ist ätzend – das finden nicht nur Rex und Hasso, sondern augenscheinlich auch die Poller-Leuchten.
Die Herstellerfirma hatte ein Einsehen. Die Betonung liegt auf EIN. Denn die einzelne Lampe, die die Stadt hatte überprüfen lassen, will das Unternehmen wohl gern ersetzen. Die anderen elf vom Urin entlackten Leuchten aber nicht. Das lässt sich die Stadt nicht bieten, wie deren Direktor, Mike Schmidt, jüngst erklärte. Das volle Dutzend soll neu zugeschickt werden, und zwar diesmal in Freiluft-tauglicher Ausführung.

Denn Schmidt merkte an, dass ein Hund ja schlecht unterscheiden kann, ob er das Bein gerade gegen eine der Urin-empfindlichen Lampen hebt oder ob die auserwählte Poller-Leuchte ein ausreichend dickes „Fell“ hat. Da kann man dem Stadtdirektor kaum widersprechen. Zumal Schmidt selbst Hundehalter ist. Andererseits: Wer sagt eigentlich, dass Hunde den Lampen-Gau am Schlösschen verursacht haben? Es gibt auch noch andere Kandidaten, die fürs Park-Urinieren infrage kommen. Und zwar nicht nur solche auf vier Beinen.

An der Sache ändert das im Grunde aber nichts: Die Stadt ist unbedingt auf Ammoniak-resistente Lampen angewiesen. Denn selbst zweibeinigen Pipi-Sündern dürfte kaum zuzutrauen sein, dass sie ein Auge darauf haben, gegen welche Sorte Poller sie pullern. Vor allem, wenn man bedenkt, in welchen Zustand sie sich gemeinhin befinden, wenn sie der Natur in aller Öffentlichkeit ihren Strahl lassen. gus

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg