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Bad Nenndorf Drei Tage tot in der Wohnung
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Drei Tage tot in der Wohnung
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18:16 14.01.2018
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BAD NENNDORF.

Noch während der Leichenwagen vor der Tür des Mehrfamilienhauses an der Hauptstraße stand, beschwerte sich ein Passant über die Vorgehensweise der Polizei. Ihm zufolge hätten die Beamten zu lange damit gezögert, die Tür aufzubrechen.
Michael Panitz, Leiter des Polizeikommissariats Bad Nenndorf, bekräftigte gegenüber dieser Zeitung, dass alles nach Vorschrift verlaufen ist. Gegen 14.30 Uhr war der Notruf in der Leitstelle eingegangen, der dann an die Polizei in Bad Nenndorf weitergeben wurde. Eine Nachbarin hat den Notruf abgegeben. Der 79-Jährige war der Hausmeister des Mehrfamilienhauses. Er kümmerte sich beispielsweise darum, die Mülltonnen rauszustellen, wie die Polizei mitteilte. Als den Nachbarn auffiel, dass der Mann es in dieser Woche versäumt hatte, die Tonnen an die Straße zu stellen, alarmierten sie aus Sorge die Polizei.
Daraufhin waren die Beamten um etwa 15 Uhr vor Ort, erklärt Panitz. Eine weitere halbe Stunde später veranlassten die Beamten dann weitere Schritte und orderten einen Rettungswagen sowie einen Schlüsseldienst. Nachdem sich die Einsatzkräfte Zutritt zu der Wohnung verschafft hatten, stellte sich heraus, dass der Mann bereits seit drei Tagen tot war.

"Wir können nicht immer gleich mit der Ramme in die Wohnung gehen"

„Wir haben die Tür zeitnah geöffnet“, betonte Panitz. Die Beamten müssen zunächst rundum ermitteln. Anders sei es, wenn beispielsweise ein Geruch vor der Tür wahrnehmbar ist oder die Beamten durch ein Fenster eine leblose Person erspähen. „Wir können nicht immer gleich mit der Ramme in die Wohnung gehen“, erklärte der Dienststellenleiter.
Drei Tage sind laut Panitz aber „noch relativ früh“. Zum Glück komme es im Bereich des Kommissariats Bad Nenndorf „relativ selten“ vor, dass eine verstorbene Person erst nach mehreren Tagen gefunden wird, so der Dienststellenleiter. Die meisten Meldungen dieser Art stellen sich als Fehlalarme heraus. „Hier ist die Kontrolle durch Nachbarn groß“, so Pantiz. Die Menschen seien sensibel, was ihre Nachbarn angeht.  göt

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