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Dritter Anlauf

Bad Nenndorf Dritter Anlauf

Die Diskussion um eine Umbenennung des Zentralen Platzes in Dr.-Ernst-Blumenberg-Platz geht am Mittwoch, 23. August, möglicherweise in die entscheidende Phase. Dann steht das Thema auf der Tagesordnung des Rates des Stadt Bad Nenndorf. Es ist bereits der dritte Anlauf, eine Straße oder einen Platz nach dem von den Nazis vertriebenen Arzt zu benennen.

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BAD NENNDORF. 1985 und 1986 scheiterte ein erster Anlauf, den Bereich zwischen Haus Kassel und Kurhaus zum Dr.-Ernst-Blumenberg-Platz zu machen. Einer der damaligen Fürsprecher war Dietmar Buchholz, früherer Ratsherr der Grünen und heute ein Aktivposten bei Bad Nenndorf ist bunt. Damals wurden mehr als 500 Unterschriften für das Ansinnen gesammelt. Ein weiterer Protagonist war Gerd Uebel.

Die Unterstützer hatten sich sogar die Fürsprache des damaligen Bundespräsidenten, Richard von Weizäckers, eingeholt. Doch die Initiative scheiterte an der Ratsmehrheit. Immerhin finanzierte die Gruppe später eine Gedenkplakette am ehemaligen Wohnhaus Blumenbergs. 2011 hatte es eine Auseinandersetzung gegeben, wie die heutige Carl-Thon-Straße heißen solle. Viele Beobachter befürworteten Ernst Blumenberg als Paten, doch der Rat votierte für den ehemaligen Kurpark-Gärtner. „Der Rat hat einen Nationalsozialisten vorgezogen“, betont Buchholz. Bereits am 1. April 1933 sei Thon in die NSDAP eingetreten – nur gut einen Monat, nachdem die Nazis die Macht übernommen hatten.

Vertreibung ist wieder Thema

Buchholz macht sich nun erneut stark dafür, dass im dritten Anlauf das Pendel pro Blumenberg ausschlägt. „Es geht um einen Nenndorfer jüdischen Glaubens. Wir leben in einer Zeit, wo es Vertreibung in großem Maß gibt, wie damals auch“, unterstreicht auch Thomas Winkler, ein weiteres federführendes Mitglied bei Bad Nenndorf ist bunt.

Als Stadt der Vielfalt stünde Bad Nenndorf ein Platz, der nach einem jüdischen Nazi-Opfer benannt wird, gut zu Gesicht – erst Recht in Zeiten erneut massiver Vertreibung in der Welt. Hinzu komme der Hintergrund der vergangenen zwölf Jahre mit elf Neonazi-Aufmärschen. Und Charme hätte der Name auch, weil dann der Kurpark-Lauf, der als „Lauf gegen Rassismus“ firmiert, auf dem Blumenberg-Platz starten und enden würde.

Der Verwaltungsausschuss (VA) hat bereits dafür entschieden, die Umbenennung abzulehnen. Doch die Grünen haben das Thema erneut auf die Tagesordnung gebracht. Das Argument des VA: Mehrere Gebäude, etwa das Haus Kassel, müssten eine neue Adresse bekommen. Doch das sehen die Grünen ebenso anders wie Buchholz und Winkler. Schließlich habe auch das Schlösschen die wenig erhellende Anschrift Buchenallee, das Landgrafenhaus befindet sich postalisch an der Hauptstraße.

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