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Ein Baum als Ausgleich ist nicht genug

Bad Nenndorf Ein Baum als Ausgleich ist nicht genug

Den Hinweis, dass die Stadt Bad Nenndorf für gefällte Bäume neue Bäume als Ausgleich pflanzen will, lässt der Rehrener Naturschützer Karl-Heinrich Meyer nicht gelten. Er ist der Ansicht, dass für einen 100-jährigen Baum etwa 2000 junge Bäume zu pflanzen wären, wollte man den ökologischen Wert aufwiegen.

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Derzeit ist die Lindenallee wegen der Baumfällungen und Baumpflegearbeiten gesperrt. Wegen des Frosts hatte sich die Maßnahme etwas verzögert.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Meyer stützt seine These darauf, wie viel CO2 eine Pflanze absorbiert und wie viel Sauerstoff sie produziert – und darüber hinaus auf den Lebensraum, den sie Tieren bietet. Um diesbezüglich auszugleichen, was vernichtet wird, wenn ein großer Baum gefällt wird, müssten dann eben bis zu 2000 Nachpflanzungen erfolgen.

„Im Grundsatz hat Meyer recht“, findet Andrea Goike, doch die Nenndorfer Nabu-Chefin setzt lieber auf Planung und Dialog. Denn dass eine Kommune 2000 neue Bäume für jede Fällung pflanzt, sei illusorisch. Landläufig werde nun einmal so verfahren, dass ein alter Baum mit einem jungen Baum vergolten wird.

Goike wünscht sich, dass die Verwaltung mehr mit dem Nabu kooperiert, wenn es um das Thema Ausgleich geht. Denn häufig seien die Details entscheidend. Wenn beispielsweise in bestimmten Bereichen einige ältere Bäume abgesägt werden, sei es manchmal sinnvoller, nicht an dieselben Stellen wieder junge Bäume zu setzen, die erst nach vielen Jahren einen echten ökologischen Ausgleich darstellen.

Stattdessen könnte mit mehreren Bäumen an einem geeigneten Platz ein Hain geschaffen werden. Solch eine Ansammlung von Pflanzen biete auf einen Schlag mehr Lebensraum für Tiere als viele einzeln stehende Bäumchen.

Der Nabu stehe bereit als Tippgeber bei der Ausgleichsplanung, so Goike. Alle zur Verfügung stehenden Flächen sollten gemäß ihrer Eignung verwendet werden. So könne beispielsweise ein Acker, der häufig überschwemmt wird, einem Landwirt nur eingeschränkt dienen, für Naturschutzzwecke aber ungemein wertvoll sein.

Goike wünscht sich ferner eine stärkere Kontrolle des Öko-Ausgleichs seitens der Kommune. Dafür sollte ein Kataster geschaffen werden, in das alle Ausgleichsmaßnahmen, zu denen Investoren, Bauherren oder Kommunen verpflichtet sind, eingetragen werden. Dies schaffe einen Überblick und mache es nachvollziehbar, was umgesetzt wurde und ob die Ergebnisse der Unteren Naturschutzbehörde ausreichen. Diese muss die Maßnahmen nämlich kontrollieren und für gut befinden. gus

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