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Ein Dorf wird von der Landkarte getilgt

Untergang von Densingehusen Ein Dorf wird von der Landkarte getilgt

Vor den Toren der heutigen Stadt Bad Nenndorf lag bis Sommer 1625 das Dorf Densingehusen. Heute existiert dieser Ort nur noch im Bewusstsein einiger weniger Menschen unter dem Namen Densinghausen. Nachzulesen ist die Geschichte vom Untergang des Dorfes im Buch „Über den Deister geh’n – Band 1“.

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Im Tal zwischen Galenberg und Strutzberg soll das Dorf Densingehusen einst gelegen haben.

Quelle: wil

RODENBERG. Dort sind die Recherchen von L. Feder niedergeschrieben worden. Der ehemalige Lehrer in Bantorf hat während seiner Amtszeit von 1920 bis 1924 heimatkundliche Artikel veröffentlicht.
Feders Aufzeichnungen zufolge lag Densinghausen einst an der Verkehrsader Helweg vor dem Santforte, im Tal zwischen dem Strutzberg im Deister und dem gegenüberliegenden Galenberg. Laut Feder wurde die Siedlung im August 1625 durch ein spanisches Söldnerregiment zerstört. Es herrschte der Dreißigjährige Krieg.

„Aus der jahrhundertelangen Bedrängnis durch die vorüberziehenden Kriegsvölker, hatten die Bewohner des Tales gelernt, zu überleben, sich zu schützen.“ Ständig waren sie von Plünderungen und Gewalttaten bedroht. Zeiten des Krieges und des Friedens wechselten sich ab bis eine lange, blutige Phase anbricht: der Dreißigjährige Krieg.

Rodenberg bleibt verschont

Im Juni 1625 zog der Dänenkönig Christian durch das Land. Mit Schutzgeldern ließen sich seine Truppen jedoch besänftigen. „Kurz darauf wurden die ungezügelten Horden Tillys zu einer schlimmen Geißel für das Tal“, schreibt Feder. Johann t’Serclaes von Tilly war ein katholischer Heerführer. Seine Reiter plünderten und brandschatzten die Dörfer entlang ihrer Route und hinterließen eine Spur von Leichen. „Sie schändeten die Frauen und weideten sich an den Qualen der Misshandelten“, heißt es in den Aufzeichnungen.

Am 18. August des selben Jahres nahte von Bückeburg über Stadthagen ein spanisches Söldnerregiment der Kaiserlichen heran. Ihnen voraus eilte die Kunde von schlimmen Gräueltaten. Die Bewohner der Orte entlang ihrer Route – Reinsen, Großhegesdorf und Soldorf – flohen deshalb vor den Söldnern mit ihrem Besitz und den Tieren in den Deister.
Rodenberg wird die Zerstörung erpsart, weil der Bürgermeister dem Obersten des Regiments 60 Taler Schutzgeld anbot. Das Regiment lagerte vor den Toren der Stadt und wurde mit „fünf Tonnen Bier und zwei Tonnen Branntwein“ bewirtet, schilderte Feder.

Schlimme Folgen für Densingehusen

Und weiter: „Für Densinghausen aber sollte die Gabe der Rodenberger entsetzliche Folgen haben.“ Die Dorfbewohner waren gerade auf den Feldern, als sie die Nachricht von den nahenden Söldnern erreichte. Sie eilten zurück ins Dorf, packten ihre Habseligkeiten in Körben und Karren zusammen und trieben dann ihre Tiere den Strutzberg im Deister hinauf. Von dort oben konnten sie die Söldner in einer Staubwolke anrennen sehen. Auch die Geräusche – Hornsignale, wilde Schreie, Krachen und Klirren – drangen zu den Bewohner auf dem Berg. „Bald verrieten Qualm und lodernde Flammen das Schicksal des Ortes. Es war sein Ende“, schreibt Feder. Die Densinghuser fanden nach der Zerstörung ihres Ortes neue Wohnsitze in der Umgebung.

Andere Quellen legen den Untergang des Ortes durch den Schwarzen Tod nahe, der die Bevölkerung stark dezimierte. Die Pest wurde entlang des Helweges verbreitet. „Sie suchte das Tal von Zeit zu Zeit heim und forderte auch ihre Opfer“, heißt es im Buch. Und gegen diesen Feind gab es keine Gegenwehr. göt

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