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Ein Leben im Zeichen der Mühle

Waltringhausen Ein Leben im Zeichen der Mühle

Das Waltringhäuser Ehepaar Hans und Marie Erdmann hat am Montag Diamantene Hochzeit gefeiert. Beide bewohnen eines der bekanntesten Grundstücke des Ortes: den Hof mit der ehemaligen Mühle.

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Hans und Marie Erdmann.

Quelle: gus

Waltringhausen. Als der heute 83-jährige Hans Erdmann 1950 als Müllergeselle in den Betrieb kam, fand er dort nicht nur Arbeit, sondern auch die Frau fürs Leben. Marie Erdmann (82), geborene Woltmann, war die Tochter des damaligen Müllermeisters. Schon nach wenigen Wochen fanden die jetzigen Jubilare Interesse aneinander und lernten sich näher kennen. Am 24. November 1954 gaben sich beide auf dem Standesamt das Ja-Wort, heute vor 60 Jahren läuteten die Hochzeitsglocken.

 1956 erblickte die erste von vier Töchtern das Licht der Welt. Sieben Enkel und zwei Urenkel gehören mittlerweile zur Familie, die heute in einem Rieher Gasthaus gemeinsam feiert. 1959 übernahmen Marie und Hans Erdmann den Mühlenbetrieb und die dazugehörige Landwirtschaft inklusive Vieh. Die Arbeit prägte das Leben des diamantenen Paares. Für Hobbys und Reisen blieb kaum Zeit, nur für wenige Tage ließen die Erdmanns den Hof allein. Eine Reise ist ihnen besonders in Erinnerung geblieben: Vor 40 Jahren ging es per Flugzeug nach Budapest.

 In seinen jungen Jahren sang Hans Erdmann im Waltringhäuser Männerchor mit. Außerdem war er aktives Mitglied der Feuerwehr, der er bis heute als passives Mitglied angehört. Ansonsten galt sein Wirken dem Betrieb, wo Marie Erdmann, so weit es Familie und Haushalt zuließen, ebenfalls mitarbeitete.

 Es war ein hartes Geschäft. Mit Mehlmüllerei allein hätte Hans Erdmann die Familie nicht ernähren können, zu groß wurde die Konkurrenz der Großbetriebe. Außer Roggenmehl und Backschrot stellte die Mühle Futtermittel für Kleinkunden in der nahen Umgebung her. Darüber hinaus verkauften die Erdmanns auf dem Hof Dünger und Torf.

 Anfangs mussten noch 100-Kilogramm-Säcke mit Mehl per Pferdewagen zu den Bäckereien transportiert werden. 1959 stiegen die Erdmanns auf einen Lastwagen um, dann wurden auch die Gebinde allmählich kleiner. Bereits 1996 gaben sie die Landwirtschaft auf. 2001 wurde dann auch der Mühlenbetrieb eingestellt.

 Am Montag gratulierten bereits zahlreiche Ehrengäste – der Pastor, die Bürgermeisterin, der Samtgemeindebürgermeister sowie eine Vertreterin des Landkreises. Heute ist die Familie an der Reihe.gus

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