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Einkaufsmöglichkeit am Sonntag kommt gut an

Bad Nenndorf Einkaufsmöglichkeit am Sonntag kommt gut an

Als einziger Verbrauchermarkt im Schaumburger Land öffnet die Rewe-Filiale in Bad Nenndorf seit Jahresbeginn auch sonntags. Die Reaktionen sind weitgehend positiv.

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Bad Nenndorf. Marèn Hünecke, die die Rewe-Filiale an der Kurhausstraße leitet, möchte das Angebot ein Jahr lang testen. Die ersten Erfahrungen seien gut. Von 13 bis 17 Uhr können die Kunden jetzt sonntags bei Rewe einkaufen – die Zeit hat Hünecke selbst festgelegt. „Das erschien mir ideal, dann haben die Kunden Zeit für einen Sonntagsspaziergang“, sagt die Marktleiterin. Sie wünscht sich, dass sich der Initiative noch mehr Einzelhändler anschließen. „Restaurants, Cafés, die Therme – die öffnen ja auch alle sonntags“, betont sie.

Auf die Idee, den Sonntag zu nutzen, habe sie Stadtdirektor Mike Schmidt gebracht. Dieser berief sich auf die für Kurorte geltenden Ausnahmen vom normalen Ladenschluss (siehe Kasten). Derzeit sind an den Sonntagen nur Hünecke selbst und Familienmitglieder im Einsatz, doch die Rewe-Chefin betont, dass 90 Prozent ihres Personals kein Problem damit hätten, ebenfalls sonntags zu arbeiten. „Die sind alle sehr motiviert. Und es ist den meisten egal, ob sie sonntags oder dienstags freihaben“, so Hünecke.

Bei letztgenanntem Punkt widerspricht selbst Pastor Achim Schultz-Waßmuth nicht. „Ich will da gar nicht auf der religiösen Schiene kommen“, sagt der Geistliche. Die Ausnahmestellung des Sonntags bröckele zunehmend. Allerdings hat der Pastor der St.-Godehardi-Kirche andere Bedenken: „Die Menschen schaden sich selbst, wenn sie auch am Sonntag einkaufen gehen, anstatt auszuruhen“, glaubt Schultz-Waßmuth. Herzkreislauf- und psychische Erkrankungen rühren seiner Ansicht nach auch daher, dass viele Menschen keine echten Pausen einlegen.

Dass sich die Sache für Rewe rechnet, bezweifelt Schultz-Waßmuth. „Das lohnt sich doch eher in Ballungszentren oder auf Nordseeinseln“, glaubt er.

Henning Jürgens, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Bad Nenndorf (IGBN), lobt den Vorstoß in seiner Funktion als Chef des Zusammenschlusses der Gewerbetreibenden ebenfalls. „Wenn Bad Nenndorf als Kurort diese Möglichkeit bietet, sollte sie auch genutzt werden“, findet Jürgens. Die Lage des Rewe-Marktes sei prädestiniert dafür. Andere Händler könnten sich beteiligen, wobei Jürgens davon ausgeht, dass sich dies wohl auf Geschäfte der Innenstadt beschränken wird. Einen spürbaren Schub für Bad Nenndorf erwartet er nicht.

Als Ideengeber hat Stadtdirektor Schmidt ebenfalls keinen Anlass für Kritik. Er erhofft sich davon positive Impulse für den die Innenstadt und den Fremdenverkehr. „Vielleicht lockt das an den Sonntagen auch wieder mehr Touristen an, die hier einkaufen und danach auch einen Spaziergang im Kurpark machen“, so Schmidt. Dies seien dann auch potenzielle Kunden hiesiger Gastronomiebetriebe. Wie Hünecke setzt Schmidt auf Nachahmereffekte. gus

Anfrage auch für WEZ und E-Center

Die wöchentliche Sonntagsöffnung ist für Touristen- und Kurorte im Gesetz über die Ladenöffnungszeiten verankert. Vom 1. Januar bis zum 15. Oktober dürfen Händler dort sonntags im Rahmen der für Werktage geltenden Zeiten öffnen. Allerdings nicht alle, wie André Lutz, Leiter des Amtes Bildung & Soziales, erklärt. Wer Waren des täglichen Bedarfs verkauft und in der Kernstadt ansässig ist, kann auf den zugehörigen Paragrafen setzen. Dass dies kaum ein Gewerbetreibender weiß, findet Lutz „erstaunlich“. Die Edeka-Zentrale habe bei ihm nachgefragt, ob sie den WEZ-Markt und das E-Center nun auch sonntags öffnen dürfen. Für die WEZ-Filiale ist die Antwort eindeutig: Das Geschäft kann die Kurbad-Klausel ziehen. Fürs E-Center prüft die Verwaltung das Gesetz noch einmal genau, so Lutz. Wegen seiner externen Lage könnte der Markt in der Bückethaler Landwehr für eine wöchentliche Sonntagsöffnung ausscheiden. gus

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