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Einschulung soll verschoben werden

Berlin Schule Einschulung soll verschoben werden

Auch wenn die Nazis im vergangenen Jahr nicht in der Kurstadt marschiert sind, ist die Einschulungszeremonie der Berlin Schule sicherheitshalber um einen Tag verlegt worden.

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Quelle: Symbolfoto dpa

BAD NENNDORF. Auch in diesem Jahr kollidiert der Einschulungstermin wieder mit dem zumindest angemeldeten Aufmarsch der Neo-Nazis. Und auch in diesem Jahr wird die Einschulung wieder verschoben – sollte das Kultusministerium dem Anliegen zustimmen.

 Die Rechten haben bis ins Jahr 2030 angemeldet, an jedem ersten Sonnabend im August ihre Kundgebung in Bad Nenndorf halten zu wollen, sprich für 2017 am 5. August. Allerdings enden die Sommerferien auch in 2017 derart früh, dass niedersachsenweit am selben Tag die Einschulungen stattfinden. Torsten Rolke, Schulleiter der Berlin Schule, musste deswegen eine Entscheidung treffen: „Wir haben den Antrag gestellt, die Einschulung um einen Tag auf den Sonntag verschieben zu dürfen“, sagt er.

 Auch wenn gegenwärtig nichts darauf hindeutet, dass der „Trauermarsch“ eine Wiederauferstehung feiern wird, kann die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg nicht ausschließen, dass die Nazis wieder in die Kurstadt kommen. „So hätten nicht nur wir, sondern auch die Eltern, Kirche und die Polizei Planungssicherheit“, sagt Rolke.

 Denn sollten die Neo-Nazis tatsächlich marschieren, liegt die Berlin Schule genau auf der Route zum Winckler-Bad. Eine geregelte Einschulung mit etwa 1000 Beteiligten wäre so unmöglich. Die Entscheidung liegt nun beim Niedersäschischen Kultusministerium. Dessen Pressesprecher, Sebastian Schumacher, gab zu verstehen, dass der Antrag „zeitnah geprüft“ werde. „Nach den Osterferien werden das Kultusministerium und die Landesschulbehörde mit dem Antragssteller und dem Schulträger Gespräche führen“, so Schuhmacher.

 Zumindest für Rolke steht fest, dass der Einschulungstermin verschoben werden sollte. Als eine Art Kapitulation vor den Rechten will der Schulleiter seinen Antrag aber nicht verstehen. „Als Erwachsene müssen wir ein demokratisches Zeichen setzen. Aber das dürfen wir nicht auf den Rücken von Fünf- und Sechsjährigen ausfechten“, erklärt er. Den Jungen und Mädchen fehle das Verständnis über die Vorgänge. Hätte er 10. Klassen mit Jugendlichen in einer ähnlichen Situation vor sich, würde er sicher anders reagieren, betont Rolke. js

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