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Einschulung wegen Nazi-Aufmarsch verschoben

Anfang August Einschulung wegen Nazi-Aufmarsch verschoben

Zwar ist der Neonazi-Aufmarsch noch mehr als drei Monate entfernt, doch bereits jetzt ist klar, dass er empfindliche Auswirkungen auf die Einschulungsfeiern in Bad Nenndorf haben wird. Um den Eltern Planungssicherheit zu geben, hat Rektor Torsten Rolke entschieden, den Termin um einen Tag zu verschieben.

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Bad Nenndorf. Für Samstag, 6. August, ist der Neonaziaufmarsch angemeldet. Und an diesem Tag sollten auch Bad Nenndorfs Abc-Schützen eingeschult werden. Die Kollision ist nicht neu, denn die Rechten blockieren stets das erste August-Wochenende. Auch in 2010 traf dies die Einschulung, doch seinerzeit gelang es dem Landkreis, die Anmelder dazu zu bewegen, ihren Auftritt zu verschieben.

 Landkreis eingeschaltet

 Auch jetzt hatte die Grundschule den Landkreis eingeschaltet, damit dieser Kontakt zu den Anmeldern aufnimmt. Doch eine Replik blieb aus. „Nach Rücksprache mit der Landesschulbehörde und dem Landkreis habe ich dann entschieden, die Einschulung zu verschieben“, erklärt Rolke. Es sei nicht möglich, den Familien am 6. August eine „angstfreie Feier“ zu garantieren.

 Denn es sei zwar möglich, dass die Neonazis auf dem Klageweg dazu gezwungen werden, ihren Aufmarsch zu vertagen. Doch darauf könne niemand bauen. Und zur Einschulung planen viele Familien aufwändige Feiern, laden Freunde und Verwandte von außerhalb ein.

 Der Vorsitzende des Bündnisses Bad Nenndorf ist bunt, Jürgen Uebel, hat Verständnis für den Schritt. Es wäre zwar gut, wenn die Stadt die Nazis zur Terminänderung zwänge. Doch die Erfahrung der Neonazigegner in Bad Nenndorf zeige, dass dies eine Risiko behaftete Taktik ist. Bereits mehrfach habe das Verwaltungsgericht wenige Tage oder gar Stunden vor dem geplanten Aufmarsch ein Verbot oder zumindest strenge Auflagen noch gekippt.

 Und dann kann es passieren, dass Familien der Weg zu einer fest gebuchten Feier versperrt wird. Umso mehr zeige der Vorgang, wie sehr die Nazis Bad Nenndorf schaden. „Die haben da den Stiefel drauf“, sagt Uebel mit Verweis auf die Demo-Anmeldungen bis 2030. Deshalb werde das Ziel, die Aufmärsche zu verbieten, weiter verfolgt. Betroffen ist auch die Kirche, die sich bereit erklärt hat, den Hauptgottesdienst zu verschieben, damit die Grundschule den Einschulungsgottesdienst feiern kann.

 Im nächsten Jahr wiederholt sich das Dilemma, so Rolke. Auch dann ist Einschulung am ersten Augustwochenende.

gus

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