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Es lohnt sich, in Bad Nenndorf zu leben

Bad Nenndorf / Am Runden Tisch Es lohnt sich, in Bad Nenndorf zu leben

Alle sechs Jahre besucht Superintendent Andreas Kühne-Glaser alle Kirchengemeinden im Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg, um Einblicke in die Zusammenarbeit vor Ort zu gewinnen.

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Im Gespräch bleiben: Superintendent Andreas Kühne-Glaser (4.v.li) lädt zum Erfahrungsaustausch über die Rolle der Kirche im Leben der Bad Nenndorfer.

Quelle: tes

Bad Nenndorf (tes). Die St.-Godehardi-Gemeinde sei zum ersten Mal Ziel seiner Visitation gewesen, erklärte er am Runden Tisch, an dem sich Vertreter aus Vereinen, Feuerwehr, Schulen, jüdischer Gemeinde und Unternehmen eingefunden haben.

Alle waren sich einig, dass es sich lohnt, in Bad Nenndorf zu leben. Schließlich biete die Kurstadt beste Infrastruktur, kurze Wege und ein gutes Miteinander – besonders in den Ortsteilen. In Bad Nenndorf werde noch jeder auf der Straße gegrüßt, äußerte sich Karin Matthias, Vorsitzende der Landfrauen, „begeistert vom Leben hier.“ Auch die Bürgermeisterin habe sich Bad Nenndorf gezielt als Wohnort ausgesucht: „Es macht Spaß, hier zu leben. Wir sind eine weltoffene Stadt – bunt und vielfältig“, betonte Gudrun Olk. Dennoch bleibe viel zu tun, betonte Dietmar Buchholz, Gründungsmitglied der Intiative „Bad Nenndorf ist bunt“, und berichtete beispielsweise von ausländerfeindlichen Kommentaren gegenüber seiner Ehefrau.

Rosemarie Börner als Vertreterin des Vereins für offene Jugendarbeit und des Umsonstladens meinte: „Unsere Heilmittel sind für Anwohner zu teuer.“ Sie lenkte den Blick zudem auf die Armut vor Ort. Die Kirchengemeinde helfe regelmäßig mit Gutscheinen, bestätigte Pastorin Sabine Lambrecht. Suthfelds Bürgermeister Horst Schlüter wünschte sich mehr Engagement der Bürger.

Zum Thema „Erwartungen an die Kirchengemeinde“ forderte Börner öffentliche Kirchenvorstands-Sitzungen, Buchholz eine eindeutige Positionierung zu den großen Fragen dieser Zeit. Kirchenarbeit müsse über den Gottesdienst hinausgehen. Karl-Heinz Werner vom Kulturforum dankte dem Superintendenten für seine Worte bei der Demonstration gegen Rechts und regte Gesprächsrunden mit prominenten Repräsentanten an. Als Jüdin lobte Ludmilla Nekrasova die gute konfessonsübergreifende Zusammenarbeit: „Wenn die Nazis hier marschieren, weiß ich, dass wir wieder gemeinsam etwas auf die Beine stellen.“ Der Superintendent empfahl, den Blick füreinander und über den Tellerrand hinaus zu bewahren: „Kirche bietet Raum, um sich zu organisieren.“

„Der Trauermarsch gehört verboten“

Breiten Raum am Runden Tisch nahm der Umgang mit den alljährlichen Naziaufmärschen in der Stadt ein. Viele Bürger beteiligten sich nicht am Protest aus Angst, ihr Hab und Gut könnte beschädigt werden, sagte Fritz Engelking vom Gesangverein. Lehrerin Susanne Warnecke vom Gymnasium bedauerte die Entpolitisierung der Schüler: „Nur wenige lassen sich motivieren, zu den Protestveranstaltungen zu kommen.“ „Die Menschen haben Angst“, erklärte Karl-Heinz Werner vom Kulturforum. Als positiv bewertete er, dass die Polizei die Bürger nicht mehr total von dem Naziaufmarsch abgeschottet habe: „In den Jahren zuvor dachten die Nazis, sie sind hier willkommen.“ Jetzt sei die Landesregierung am Zug, brachten Werner und Engelking die Meinung am Runden Tisch auf den Punkt: „Der Trauermarsch gehört verboten.“

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