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Ex-Google-Chef zu Besuch in der Kurstadt

Bad Nenndorf Ex-Google-Chef zu Besuch in der Kurstadt

Bestimmen bald Roboter unseren Alltag? Christian Baudis, von 2006 bis 2008 Geschäftsführer von Google Deutschland, geht fest davon aus. Der Referent nahm die rund 500 Besucher der Volksbank-Ortsversammlung in Bad Nenndorf mit auf eine Reise durch die digitale Welt.

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Christian Baudis führt die Zuschauer in Bad Nenndorf durch die Tiefen der digitalen Welt.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Baudis sieht die Welt weiterhin in einem rasanten Wandel. Wie schnell die Veränderungen in den vergangenen Jahren im digitalen Sektor eingetreten sind, verdeutlichte der Internetexperte an Bildern der beiden zurückliegenden Papstwahlen. 2005 war auf dem Foto einer Zuschauermenge vor dem Petersdom nur ein einziges Handy zu sehen gewesen. 2013 zeigte ein Bild aus ähnlicher Perspektive Hunderte digitaler Displays.

Das Ende der Entwicklungen sei noch längst nicht erreicht. Er vermutet, dass der PC in wenigen Jahren ausgedient habe und die Internetnutzung nahezu ausschließlich mit mobilen Geräten erfolge – mit Smartphones und Tablet-Rechnern.

Google und andere Anbieter haben Baudis zufolge die Leistung der digitalen Vermessung der Welt erbracht. Facebook, Twitter und Co. seien den nächsten Schritt hin zur Vernetzung dieser digitalen Welt gegangen. Soziale Netzwerke seien vergleichbar mit virtuellen Kneipen. Mit der sogenannten Cloud, dem Sammelbegriff für externe Speicherorte, schufen Internetunternehmen wie SAP, Google und Amazon eine weitere Ebene: Menschen können ihre Daten wie in einem Bankschließfach „außer Haus“ speichern.

„Richtig spannend“, so Baudis, werde es aber erst mit dem Internet der Dinge. Vernetzte Roboter, selbstfahrende Autos und andere Formen künstlicher Intelligenz stecken hinter diesem Begriff. Derzeit arbeite der Hersteller IBM an einem Computer, der medizinische Diagnosen erstellen soll.

Es gebe jetzt bereits Roboter, die im Haushalt helfen können, weil sie selbstständig Aufgaben lösen können. Diese seien zwar extrem teuer: 1800 Euro zuzüglich 200 Euro Monatsgebühr. Doch Baudis erinnerte daran, dass auch das erste iPhone für einen Flop gehalten worden sei, weil es vermeintlichen Experten zu teuer erschien. Der Ex-Google-Chef rechnet mit dem nächsten großen Sprung durch Roboter. Dasselbe gelte für selbstfahrende Autos, die schon jetzt in Testphasen rollen. Und noch einen Schritt sagte Baudis voraus: Gehhilfen, die gelähmten Menschen das Laufen ermöglichen, weil sie Gedanken lesen können.

Baudis beobachtet auch ein variierendes Nutzerverhalten bei den unterschiedlichen Generationen. Ältere Menschen fühlten sich noch verpflichtet, auf E-Mails oder andere Formen digitaler Nachrichten zeitnah zu antworten. Kinder und Jugendliche tun dies nicht mehr. Ohnehin spiele bei jungen Menschen die E-Mail eine immer kleinere Rolle – Facebook, Twitter und Whatsapp seien wesentlich angesagter. Doch auch Facebook zeigen die Jugendlichen zunehmend die kalte Schulter und wenden sich dem Ex-Google-Chef zufolge Portalen wie Instagram und Snapchat zu. gus

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