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Bad Nenndorf Exhibitionist akzeptiert Haftstrafe
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Exhibitionist akzeptiert Haftstrafe
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00:16 02.02.2017
Quelle: Symbolfoto dpa
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BAD NENNDORF

Damals hatte das Schöffengericht in Stadthagen gegen den Obdachlosen 18 Monate Haft verhängt. Nun bleibt es dabei.
„Ich mache Endstrafe und dann ist es gut“, verkündete der Angeklagte vor der Berufungskammer seinen Sinneswandel. Aus der Haft will der 60-Jährige direkt in eine diakonische Einrichtung, die er bereits kennt. Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt hatte ihm geraten, „die verbleibende Zeit zu nutzen, um ein Konzept für eine lückenlose Überführung zu entwerfen“.

Ein vom Gericht bestellter Psychiater rät dem Häftling darüber hinaus, sich aus der Haft hinaus beim Amtsgericht um eine Betreuung zu bemühen. Alle hoffen, dass es klappt. „Mein Mandant ist sich im Klaren darüber, dass er in freier Wildbahn komplett untergehen würde – zumal bei dieser Witterung“, erklärt Verteidiger Lars Hinners.

Sein bisheriges Leben hat der 60-Jährige mehr oder weniger vor die Wand gefahren. Zwölf Jahre verbrachte er in Haft, verteilt auf mehrere Aufenthalte im Gefängnis. Das Vorstrafenregister des Wiederholungstäters beginnt im Jahr 1977 und weist 21 Einträge auf, darunter sieben Verurteilungen wegen Exhibitionismus.

Als Exhibitionist tritt der Alkoholiker seit etwa 25 Jahren in Erscheinung. In Freiheit schlug er sich als Schaustellergehilfe oder Zirkusarbeiter durch. Einmal bekam der Nichtsesshafte einen Job als Hausmeister. „Das war die schönste Zeit meines Lebens“, erinnert er sich.

Zuletzt war der Obdachlose vier Jahre lang ohne festen Wohnsitz. Sein größtes Problem scheint allerdings der Schnaps zu sein. Zwei bis drei Flaschen Weinbrand pro Tag sind keine Seltenheit, wenn er auf der Straße lebt. Unter Alkohol, so heißt es im Stadthäger Urteil, verspüre der Angeklagte „den Drang, sich zu entblößen“. In drei von vier Fällen, um die es vor Gericht ging, hatte der Alkoholiker außerdem öffentlich masturbiert oder zumindest an seinem Glied manipuliert.

Im November 2015 wollten zwei elfjährige Mädchen gerade einen Supermarkt in Bad Nenndorf betreten, als ihnen der Angeklagte auffiel, der sie ansah und dabei seine Hose öffnete. Als die Kinder später rauskamen, onanierte der Fremde vor ihnen. Die Schülerinnen liefen geschockt weg.

Zehn Tage zuvor, im Oktober 2015, hatte der Exhibitionist auf dem Stadthäger Marktplatz drei Erwachsenen seinen Intimbereich präsentiert, ohne Hand an sich zu legen. Kinder waren dann wieder die Opfer, als der Nichtsesshafte zwei zwölf und 13 Jahre alten Mädchen an einer Bushaltestelle in Wunstorf sein Geschlechtsteil zeigte. Eine ähnliche Tat beging er in Neuenkirchen.

Verurteilt hat das Gericht den Angeklagten wegen exhibitionistischer Handlungen in vier Fällen, dreimal davon in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Kindern.  ly

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