Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Exhibitionist onaniert vor Mädchen

Im Gebüsch aufgelauert Exhibitionist onaniert vor Mädchen

Als der Angeklagte nach einer Viertelstunde immer noch nicht erschienen ist, vertagt sich das Gericht. Beim Verlassen des Saals fällt einigen Juristen ein Mann auf, der auf dem Flur sitzt und wartet. Es ist der Angeklagte. Er hat sich nur nicht gemeldet.

Voriger Artikel
Endlich weg mit der „Ruine“
Nächster Artikel
Wohin soll Bad Nenndorf gehen?
Quelle: Symbolfoto

Bad Nenndorf/Bückeburg. So zurückhaltend war der 28-Jährige vor knapp zwei Jahren in Bad Nenndorf nicht. Nahe der Außenstelle des Gymnasiums an der Bahnhofstraße sprach er eine 13-Jährige an („Du hast verdammt schöne Brüste“) und verfolgte die verängstigte Schülerin. Dabei griff der Mann nach der Hand des Mädchens, die er jedoch nicht zu fassen bekam. Das Kind hatte „Angst, dass er mich entführt“.

Am Mittag desselben Tages lauerte der Nenndorfer drei 15 und 16 Jahre alten Mädchen auf. Als die Schülerinnen auftauchten, trat er mit heruntergelassener Jogginghose hinter einem Busch hervor und begann zu onanieren. Die Opfer verständigten die Polizei. Beamte nahmen den Exhibitionisten auf dem Gehweg vorm Haupteingang des Gymnasiums fest. Beim Anblick des entblößten Mannes hatten sich die drei Mädchen „unwohl“ gefühlt, „zumal sich in der Nähe des Tatortes eine Kindertagesstätte befand“, wie es in einem Urteil des Amtsgerichts Stadthagen heißt.

Zu seiner Schuld bekennt sich der Angeklagte mittlerweile. Im Berufungsverfahren, das zurzeit am Bückeburger Landgericht läuft, möchte er allerdings auf eine geringere Strafe hinaus. Im ersten Prozess hatte das Amtsgericht sechs Monate Haft wegen Beleidigung und Exhibitionismus verhängt, ausgesetzt zur Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hat ebenfalls Berufung eingelegt. Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig verfolgt das Ziel, den Arbeitslosen auch wegen versuchter Nötigung zu verurteilen.

Durch den Griff nach der Hand des Mädchens, so Dreißig, habe der 28-Jährige „eine Hemmschwelle überschritten“. Deshalb soll eine versuchte Nötigung dokumentiert werden - auch für die Ermittlungsbehörden. Falls der Exhibitionist wiederholt rückfällig wird, müsste vielleicht irgendwann über eine Unterbringung in der Psychiatrie nachgedacht werden, auch wenn dies zurzeit noch in weiter Ferne liegt. Vorbestraft ist er bislang wegen anderer Delikte. Diebstahl kommt dabei mehrfach vor.

Nach eigenen Angaben war der Angeklagte bereits in psychiatrischer Behandlung und hat bis vor etwa zweieinhalb Jahren Medikamente genommen, weil er an einer seelischen Störung leidet. Hier könnte ein Zusammenhang bestehen. „Er hat die Medikamente zu einem Zeitpunkt abgesetzt, der mit den Tatvorwürfen zusammenfällt“, stellt Staatsanwalt Dreißig fest. Zu den Taten in Bad Nenndorf sagt der Exhibitionist nur, dass er sich „falsch verhalten“ habe.

Richterin Eike Höcker, Vorsitzende der Berufungskammer in Bückeburg, hat die Hauptverhandlung ausgesetzt, um ein psychoanalytisches Gutachten über den Angeklagten einzuholen. Beantragt hatte dies die Verteidigung. So soll beispielsweise geklärt werden, ob der 28-Jährige die Taten im Zustand einer schweren Störung begangen hat. Dies könnte sich auf die Zurechnungsfähigkeit auswirken.  ly

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg