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Bad Nenndorf

„Extreme Vorschläge“: Fallen JUZ und Vogelpark dem Sparzwang zum Opfer?


Weg mit den freiwilligen Leistungen: Diese Devise hat die CDU- Fraktion im städtischen Finanz- und Wirtschaftsausschuss ausgegeben. Damit standen Zuschüsse für das Jugendzentrum und den Kraterzoo auf der Streichliste – in existenzbedrohendem Ausmaß. Die Alternative „Steuererhöhung“ schaffte es mangels Erfolgsaussichten nicht einmal bis zur Abstimmung.

Trüb wie das Winterwetter erscheinen derzeit die Zukunftsaussichten für das Jugendzentrum an der Kramerstraße. Teschner

Bad Nenndorf. Vier zu Vier: Dieses laut Vorsitzendem Friedhelm Brandes „eigentümliche Abstimmungsverhalten“ hat sich im Wirtschafts- und Finanzausschuss fortgesetzt. Zu unterschiedlich bleiben die Vorstellungen der Fraktionen. Kämmerer Frank Behrens riet dazu, den Rotstift mutiger anzusetzen: „Die bisher vorgeschlagenen Kürzungen reichen nicht aus.“ Es drohen rund 555 000 Euro Defizit aus laufender Verwaltungstätigkeit. SPD-Fraktionsvorsitzender Volker Busse forderte, die Grundsteuern zu erhöhen und die dem MTV Waltringhausen und dem VfL in Aussicht gestellte Kostenerstattung für Hallengebühren nicht gutzuschreiben – und scheiterte an den Stimmen von CDU und FDP.

Die CDU-Fraktion sprach sich zudem gegen eine Steuererhöhung aus. „Ebenso werden wir der Kürzung der Zuschüsse um zehn Prozent an die Vereine nicht zustimmen“, betonte Cornelia Jäger. Stattdessen plädierte die CDU dafür, freiwillige Leistungen zu kappen. An erster Stelle solle der 90 000-Euro-Zuschuss an das Jugendzentrum halbiert werden. Zumal nicht klar sei, welche Jugendlichen dort hingingen. Zwei Drittel des Betrages für das Jugendzentrum sind Personalkosten, erklärte der Kämmerer. „Vielleicht gibt es andere Tätigkeitsbereiche für die Mitarbeiter“, meinte Jäger. Der Leiter Moran Dzang werde im Verwaltungsausschuss über seine schwer messbare Arbeit berichten, informierte Stadtdirektor Bernd Reese. Busse schlug vor, lieber die Mietkosten einzusparen und das Jugendzentrum im Vereinsheim unterzubringen. Damit wäre das leer stehende Gebäude neben dem Hallenbad wieder belebt. Dem stehe der bestehende Nutzungsvertrag mit drei Vereinen entgegen, betonte Brandes. Noch deutlicher fiel die Reaktion von Uwe Engelking (WGN) aus, der diese angeblich „auf Anregung eines hochrangigen VfL-Vertreters“ vorgetragene Forderung Busses schlicht als „unverschämt“ betitelte.

Ein weiteres Nenndorfer Juwel geriet auf die Streichliste: der Vogelpark. Bei allem Respekt für die Leistung der Familie Schulz sei der Zuschuss hier ebenfalls zu halbieren – auf 25 000 Euro –, so Jäger. Busse mahnte, den Betreibern im ersten Jahr mit dem neuen Mitarbeiter Zeit zu geben, ein Konzept zur Finanzierung zu entwickeln. Zugleich solle signalisiert werden, dass ab 2011 eine Förderung in dieser Höhe nicht mehr möglich sei. Generationen von Kindern besuchten den „kleinen Zoo“. Wegen der überregionalen Funktion laufe ein Antrag auf Bezuschussung beim Landkreis, berichtete Reese. Im ersten schweren Jahr nach dem Tod von Gründer Werner Schulz dürfe die Stadt nicht die erste sein, die die Finanzierung zum Scheitern bringt. „Das sind extreme Vorschläge“, warnte Engelking davor, mit dem Holzhammer auf fundamental wichtige Einrichtungen einzuschlagen. „Wir sollten hier kein Todesurteil für den Kraterzoo sprechen“, sagte er und beantragte, in den Fachausschüssen zu diskutieren. Dann könne allerdings der Terminplan zur Verabschiedung des Haushaltes nicht eingehalten werden, kritisierte Brandes. Der Haushaltsplan passierte mit dem schon bekannten Abstimmungsbild: vier zu vier. tes

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  • Die Jugend zählt nicht ... Dr. Bernd Zimmermann – 06.02.10
    ... darum muss man ihnen die Gelder kürzen könnte man auch giftig behaupten.

    Wenn ich schon lese "es sei nicht klar, welche Jugendlichen dahingingen", dann wird die CDU als nächstes behaupten, dort würden Drogen umgeschlagen und andere irre Dinge werden aus der Tasche geholt, nur um Gründe zu haben, der Jugendarbeit das Geld wegzunehmen.

    Bei Kindern und Jugendlichen zu sparen,
    das zeigt, dass denjenigen absolut nichts an der weiteren Zukunft gelegen ist. Sterben werden sie aufgrund des höheren Alters sicher früher als die heutigen Kinder und Jugendlichen - und damit zeigen sie das Verhalten "nach mir die Sintflut".

    Verantwortungslos!
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  • Juz Bad Nenndorf Fischer – 05.02.10
    Auf die Jugend kommen noch schwere Zeiten zu. Laßt ihnen doch ihre Freizeiteinrichtung. Es gibt ja nicht nur uns "Alten".

    Fischer
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  • Jugendzentrum Bad Nenndorf H. Wille – 05.02.10
    Diese Stadt hat auch eine Verpflichtung gegenüber der Jugend. Die Jugend soll nicht nur am Lernen und am Pc ihre Freizeit verbringen. Seien wir doch froh das wir uns eine solche Einrichtung schon seit einiger Zeit leisten. Auch sollte der uns lieb gewonnene Kraterzoo nicht der Streichliste zum Opfer fallen. Hier werden völlig falsche Signale gesetzt. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Juz Bad Nenndorf H. Bartels – 05.02.10
    Jetzt ist aber mal gut. Für das Defizit in der Kasse sind sicherlich nicht die betroffenen Institutionen schuld, die in ihrem Artikel aufgeführt. Das man sparen soll ist in Ordnung. Aber bitte in einem moderaten Rahmen. Das hier ist doch Panik mache. Als solle es gelingen das Defizit auf einem Streich wieder auszugleichen. Das wird nicht gelingen. Und wenn eine Einrichtung wie das Jugenzentrum verschwindet, dann wird das in der Regel auch nicht wieder in eine Agenda aufgenommen. Und das auch nur, weil die Kinder und Jugend keine Lobby hat. Das Jugendzentrum wird doch vorbildlich geführt. An der inhaltlichen Arbeit, die die Mitglieder des Finanzausschusses sowieso nicht beurteilen können, liegt es mit sicherheit nicht. Also bitte verfolgen sie (die Politiker)nicht weiterhin so törichte Ideen

    H.Bartels
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  • Jugendzentrum Bad Nenndorf D.A. – 05.02.10
    Mein Sohn ist schon seit einiger Zeit bei den Kreativangeboten für Kinder dabei. Die Angebote sind gut und Kostengünstig. Die Mitarbeiter sind nett und motiviert. Die Anmeldungen können, was ich sehr schön finde, flexibel gehandhabt werden. Soll denn die einzige städtische Jugenfreizeiteinrichtung einfach verschwinden? Das kann doch nicht war sein. dioea Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Jugendzentrum Bad Nenndorf F. Oltrogge – 05.02.10
    Für die Infrastrucktur älterer Menschen ist es in Bad Nenndorf sehr gut bestellt. Für die Jugend gibt es doch außer dem Juz gar nichts. Ich gehe gern zu Konzerten und Drum & Bass Party's und dort sieht man das es auch Bürger unter 20 Jahren hier leben. Hände weg vom Juz. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • JUZ D.v.A. – 05.02.10
    Eine Frechheit! Da hat sich im JUZ endlich wieder eine feste Jugendgruppe
    etabliert und die Damen und Herren setzen alles daran diese wieder auf die Straße zu setzen. Zumal es ständig Zuwachs gibt!
    Aber warum was für die Jungen Leute in Nenndorf tun? Schließlich veraltet diese Stadt zusehends.

    Es war nicht einfach überhaupt jemanden zu finden, der sich dazu bereit erklärt hat unsere Gruppe zu fördern.
    Allen voran die Kirche, die anscheinend auch nicht daran interessiert ist Kindern und Jugendlichen Freizeitmöglichkeiten zu bieten.
    Und da wundern sich alle wenn Teenies sich mit Koma-Saufen die Zeit vertreiben!
    Herzlichen Glückwunsch liebe Politiker. Ihre Sparmaßnahmen tragen ihren Teil dazu bei.
    Bauen Sie doch noch ein Altenheim, davon haben wir hier ja noch nicht genug.
    Bad Nenndorf stirbt aus. Denken Sie darüber mal nach.
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