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Bad Nenndorf Fahrradfahren auf der Promenade bleibt verboten
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Fahrradfahren auf der Promenade bleibt verboten
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23:13 20.02.2019
Symbolbild Quelle: dpa
Bad Nenndorf

Das nicht öffentlich tagende Gremium hatte laut Bericht von Stadtdirektor Mike Schmidt das Umsetzen eines ganzen Bündels an Maßnahmen aus dem Verkehrskonzept beschlossen. Unter anderem soll Tempo 30 in allen Wohngebieten ausgewiesen werden. Auch die Freigabe des Radverkehrs in beide Richtungen von Einbahnstraßen wird ein grundsätzliches Gebot in der Kurstadt. Ein zusätzlicher Zebrastreifen wird in der Nähe des Gymnasiums auf der Horster Straße aufgemalt. Radständer werden eingangs der Kurpromenade platziert.

Ebenfalls soll Tempo 30 im Bereich der beiden Kitas an der Straße An der Feuerwehr und an den Ortseingängen des Stadtteils Riepen gelten. Allen Fahrzeugen über 3,5 Tonnen Gewicht wird grundsätzlich die Einfahrt in die Stadt untersagt, es soll aber das Gebot „Anlieger frei“ gelten. Dies bezieht sich auch auf Horsten, Riepen und Waltringhausen.

Einfahrtverbot für Lastwagen und Motorräder

Mit dieser Maßnahme soll es der Polizei ermöglicht werden, unerlaubt – beispielsweise bei Stau – durch die Orte kurvende Lastwagenfahrer dingfest zu machen. Derzeit weisen Schilder an manchen Ortseingängen ein Einfahrtverbot für Lastwagen und Motorräder zwischen 6 und 22 Uhr aus. Da es aber auch nicht derart beschilderte Zufahrten gibt, können Lastwagenfahrer bei einer Polizeikontrolle behaupten, sie hätten keine Verbotstafel erblickt.

Nun müsste ein solcher Fahrer belegen, dass er entweder in der Kurstadt wohnt oder dort etwas abzuliefern hatte. Sonst droht ein Bußgeld. Auf die zeitliche Beschränkung verzichtete die Politik bewusst, weil die Stauproblematik oft auch tagsüber auftritt.

Keiner der geplanten Schritte war bei der Bekanntgabe im Rat strittig – bis auf das Festhalten am Verbot des Radfahrens auf der Promenade. Diese wird seit einigen Wochen durch entsprechende Tafeln als Gehweg ausgewiesen.

Der gefährlichere Weg?

Zuhörer Herbert Meyer kritisierte dies. Es sei nicht ersichtlich, warum Radfahrer nicht diesen direkten Weg in die Innenstadt wählen und stattdessen die Bahnhofstraße nutzen sollen, wo es durchaus gefährlich zugeht, wenn an den seitlichen Parkplätzen plötzlich Autotüren geöffnet werden.

Die Promenade sei früher die Hauptstraße und somit die Verbindung von Klein Nenndorf nach Groß Nenndorf gewesen. „Jetzt dürfen dort nicht einmal mehr Fahrräder fahren“, empörte sich Meyer. Der Großteil des Verkehrs sei einst von der jetzigen Parkstraße aus in Richtung der heutigen Fußgängerzone und weiter über die Hohe Warte geflossen, so Meyer.

Auch Schmidt war mit dem Festhalten an dem Verbot nicht einverstanden. Außer dem Verkehrsexperten Lothar Zacharias habe auch die Polizei eine Freigabe von Radlern auf der Promenade befürwortet. Es sei schade, dass nun auch diese abermalige Initiative in Sachen Radverkehr scheiterte.

Von Guido Scholl