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Bad Nenndorf Fassungslosigkeit nach Bluttat
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Fassungslosigkeit nach Bluttat
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17:05 24.03.2017

Bei dem am Mittwochmorgen von der Polizei festgenommenen Beschuldigten soll es sich um den 61-jährigen Rolf M. handeln, der bis zuletzt in einem Hinterhaus auf demselben Grundstück wie seine 58-jährige Ehefrau lebte. Das Paar war jedoch getrennt, wie auch die Staatsanwaltschaft bereits am Donnerstag erklärt hatte. Am Mittwoch hatte Rolf M. mit gefüllten Glasflaschen auf seine Ehefrau eingeschlagen, wobei das Opfer laut Staatsanwaltschaft mehrere Schädelbrüche erlitt (wir berichteten). Die 58-Jährige schwebte zunächst in Lebensgefahr, ihr Zustand hat sich jetzt aber nach Worten von Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig stabilisiert.

 Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Bluttat im Hauptwohnhaus des Grundstücks ereignete. Ob noch andere Personen zugegen waren, gibt die Staatsanwaltschaft mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht preis. Dreißig zufolge hat die Spurensicherung am Donnerstag die Beweisaufnahme am Tatort abgeschlossen. Jetzt beginne die Auswertung der festgehaltenen Spuren. Darüber hinaus werden Zeugen befragt, beispielsweise Nachbarn und Verwandte.

Keine weiteren Tatverdächtigen

 Etwa drei bis vier Wochen dauert es nun nach Schätzung Dreißigs, bis geklärt wird, ob ein Verfahren eingeleitet wird. Einen anderen Tatverdächtigen habe die Staatsanwaltschaft derzeit nicht im Visier. Bis zum Ende der Ermittlungen bleibt Rolf M. in Untersuchungshaft. Diese kann maximal sechs Monate dauern. Das Strafmaß für versuchten Totschlag beträgt drei bis 15 Jahre.

 Gegenüber dem Haftrichter hat der Beschuldigte nach Dreißigs Worten keine Angaben dazu gemacht, ob der die Tat verübt hat. Laut den Informationen der SN soll der 61-Jährige nach den Schlägen selbst die Polizei gerufen haben.

 Bekannte des Paares äußerten sich gegenüber dieser Zeitung fassungslos angesichts der schrecklichen Ereignisse und können nicht glauben, das so etwas in ihrem Umfeld geschehen ist. Das Opfer und der mutmaßliche Täter waren weithin beliebt. Zu der Familie gehörten vier Kinder. Laut Angaben aus dem Umfeld des Paares plant die Frau, mit einer Tochter aus Bad Nenndorf wegzuziehen. gus