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Fast sieben Jahre Haft gefordert

Vater hat eigene Tochter vergewaltigt Fast sieben Jahre Haft gefordert

Im Prozess gegen einen Vater (35), der seine sechsjährige Tochter vergewaltigt und dabei gefilmt haben soll, hat Staatsanwalt Lukas Veith am Dienstag sechs Jahre und zehn Monate Haft gefordert.

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Quelle: Symbolfoto

Bad Nenndorf/Rodenberg. Es geht um drei Fälle von schwerem sexuellen Missbrauch, begangen in Bad Nenndorf und Rodenberg, wo der zwischenzeitlich inhaftierte Mann Wohnungen hatte. Verteidiger Andreas Bäsecke beantragte eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren. Außerdem möchte er erreichen, dass der Haftbefehl gegen seinen Mandanten aufgehoben wird.

Die Anträge waren keine Überraschung mehr, nachdem sich die Beteiligten am ersten Verhandlungstag auf eine Strafe in diesem Bereich verständigt hatten. Dem Opfer, heute ein Mädchen von neun Jahren, blieb dadurch eine Aussage vor Gericht erspart. Teil der Vereinbarung war ein Geständnis des Angeklagten.

Weil die Beweisaufnahme streckenweise nicht öffentlich gelaufen war, mussten die Plädoyers von Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Nebenklage ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten werden. Das Urteil der 2. Großen Jugendkammer am Bückeburger Landgericht wird für kommenden Montag erwartet. Dann hat das Publikum wieder Zutritt.

Ralf Jordan, Anwalt der Nebenklage, vertritt vor Gericht die Interessen des Kindes. Er hält das Strafmaß für zu gering – so oder so. Der Angeklagte habe unermessliche Schuld auf sich geladen und seine Tochter zu einem Sexualobjekt gemacht. Dass es ein Kind gewesen sei und zudem das eigene, so Jordan, habe der damals 33-Jährige „ausgeblendet“. Wie gefährlich der Mann sei, „wissen wir alle nicht“.

Jordan sieht zumindest Parallelen zu dem vielleicht schlimmsten Fall von Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch, der die Bückeburger Justiz jemals beschäftigt hat: Im Februar 2003 hatte eine andere Kammer des Landgerichts einen Mann zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt, der abwechselnd über seine Lebensgefährtin und drei minderjährige Töchter der Frau hergefallen war. Parallelen sieht Jordan in den brutalen Praktiken sowie darin, dass beide Männer Triebtäter seien.

Der Rechtsanwalt geht davon aus, dass es im aktuellen Fall des Nenndorfers mehr sexuelle Übergriffe gab als jene drei, um die sich der Prozess dreht. Zwei Taten hatte der damals 33-Jährige mit seinem Handy gefilmt. Zuvor soll er dem Kind Pornofilme gezeigt haben. Das Mobiltelefon war bei der Polizei gelandet, nachdem der Eigentümer es in Ostdeutschland verloren hatte.

Einen dritten sexuellen Übergriff räumte der Angeklagte im Prozess freiwillig ein. Ohne das Geständnis wäre diese Tat schwer nachzuweisen gewesen. Außerdem soll bei dem Angeklagten eine große Menge Kinderpornos gefunden worden sein. Diese sind jedoch zumindest nicht Gegenstand der Bückeburger Anklage.   ly

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