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Fingierte Entführung: Polizei übt Ernstfall

Bad Nenndorf / Übung Fingierte Entführung: Polizei übt Ernstfall

Im Ernstfall ist mit der Polizei nicht zu spaßen. Da werden auch schon mal Journalisten festgenommen, wie auch die Pressevertreter erfahren mussten, denn solch einen Ernstfall hat die Polizeiinspektion (PI) Nienburg-Schaumburg unter anderem am THW-Übungsgelände in Bad Nenndorf geprobt.

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Auch die Nenndorfer Polizisten sind bei der Übung im Einsatz: Thomas Mensching (rechts) und Michael Bolte (links) nehmen den Entführer mit dem Decknamen Dieter Bernstein in die Zange. © bab

Bad Nenndorf (bab). Die Sachlage: Zwei Entführer schlagen in Rinteln zu und schnappen sich eine junge Frau. Die Männer wollen von deren Vater Geld erpressen. Zeugen haben die Täter beobachtet. Durch das Autokennzeichen kommen die Polizeibeamten auf die Spur der Entführer. Diese verschanzen sich auf ihrem „Wohn- und Werksgelände – einer Kraftfahrzeugwerkstatt“. Einem der beiden Entführer wird bei der Sache mulmig – und er steigt aus. Die Polizei schnappt ihn und bekommt dadurch weitere Informationen.

Das Übungsareal auf dem THW-Gelände, wo sich der Entführer samt Opfer aufhalten soll, macht nicht den Eindruck, als sei irgendetwas Besonderes im Gange. Die Pressevertreter, die „einen Tipp“ bekommen haben, schleichen umher und schauen sich auf dem Areal um. Plötzlich stürmt ein getarnter, vermummter Mann aus den Büschen. „Wer sind Sie? Was haben Sie hier zu suchen?“, fragt er.

Doch der Presseausweis legitimiert in dieser Situation zu gar nichts. Ein paar Funkgespräche – und der vermummte Mann schreitet zur Festnahme, ohne sich selbst als Polizist auszuweisen. „Das muss ich nicht“, sagt er. Nur noch: „Fotografieren und telefonieren ist verboten“, ansonsten müsse er Handy und Kamera konfiszieren.

Das Finale geht geschwind. Der Entführer will plötzlich mit seinem Auto flüchten. Das Spezialeinsatzkommando in voller Montur vereitelt das Vorhaben und überwältigt den Mann.

Mehr als 100 Kräfte waren an der Übung, die von 6.30 Uhr bis 11.30 Uhr dauerte, beteiligt, wie Reinhard Krüger von der PI erklärt. Die Übung diene dazu, die Koordination und Kommunikation zwischen den jeweiligen Gruppen an unterschiedlichen Orten zu proben. SEK, Mobiles Einsatzkommando, die Verhandlungsgruppe aus der Polizeidirektion Göttingen, Bereitschaftspolizei, Staatsanwaltschaft und Fahndungskräfte müssen Hand in Hand arbeiten.

„Es hat gut geklappt“, ist Krügers Eindruck, „es gibt aber noch viel zu tun.“ Für die Analyse werden demnächst die Berichte der einzelnen Abteilungen ausgewertet. Dass zum Beispiel die Absperrung nicht gut funktioniert habe, sei offensichtlich. Denn die Presseleute hätten gar nicht bis zum Gelände oder gar auf das Gelände gelassen werden dürfen. Nachdem der Spuk vorbei war, durften die Journalisten aber weiter unbehelligt ihrer Arbeit nachgehen.

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