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Flucht im Fokus

Lesung Flucht im Fokus

Der Lebenslauf Agnes Miegels ist am Mittwoch Thema einer Lesung im Haus der Dichterin gewesen. Die Zuhörer zeigten besonders am Aspekt der Flucht Interesse.

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Quelle: Archiv/gus

Bad Nenndorf. Denn die 1879 in Königsberg geborene Miegel wurde 1945 nach dem Angriff auf die Stadt aus Ostpreußen vertrieben. Eine Familie hatte sie zu der Zeit nicht mehr, denn die nervenkranke Mutter war bereits 1913, Miegels zuvor erblindeter Vater 1917 gestorben. Und eine eigene Familie hatte die Dichterin nicht gegründet – zu lange hatte sie sich der Unterstützung ihrer Eltern verschrieben. „Geopferte Jahre“ heißt es in der Biografie Bärbel Beutners, aus der Inge Meyer, Leiterin des Miegel-Hauses, las.

 Miegel kam über ein Lager in Dänemark im Oktober 1946 nach Apelern. Im Wasserschloss hatte sie fast ein halbes Jahrhundert zuvor glückliche Jugendtage mit Börries von Hammerstein und Lulu von Strauß und Thorney verlebt. In den Nachkriegsjahren aber war das Schloss überfüllt. 1948 zog sie nach Bad Nenndorf, wo sie bis 1964 mit zwei weiteren Frauen in einer Etagenwohnung lebte – dem jetzigen Agnes-Miegel-Haus.

 Unmittelbar nach dem Krieg wurde sie wegen ihrer Beziehung zum Nationalsozialismus geächtet, schreibt Beutner. Buchveröffentlichungen und Lesungen waren undenkbar – Agnes Miegel konnte mit ihrem Handwerk kein Geld verdienen. Erst nach und nach änderte sich dies, zudem wurde Miegel zu einer Identifikationsfigur anderer Ostpreußen-Flüchtlinge.

 In der anschließenden Diskussion tauschten mehrere Zuhörerinnen eigene Fluchterlebnisse aus. Bis heute wirke die Traumatisierung nach. Auch Meyer erzählte von ihrer Flucht. Eine Zuhörerin sagte, sie werfe niemandem vor, in der Nazizeit mit dem Regime kooperiert zu haben. Doch danach nicht darüber gesprochen zu haben, diesen Vorwurf erhebe sie.gus

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