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Förderverein Freibad Nenndorf ist "abgetaucht"

Existiert nur noch auf Papier Förderverein Freibad Nenndorf ist "abgetaucht"

Was macht eigentlich der Förderverein Freibad Nenndorf? Diese Frage dürften sich manche Bürger in den vergangenen Monaten gestellt haben, da die Diskussion um ein neues Schwimmbad wieder an Fahrt aufgenommen hat. Denn der 2008 gegründete Verein stimmte nicht in die Rufe der Freibad-Befürworter ein.

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Diese Postkarte belegt, dass die Existenz des Freibads in der Kurstadt nicht etwa nur eine Legende ist.

Quelle: Archiv

Bad Nenndorf. Das verwundert auf den ersten Blick, doch da der Förderverein seit Jahren kein Lebenszeichen gegeben hat, ist die Stille auch wieder folgerichtig. Trotzdem lohnt ein genauer Blick auf das Wirken des wohl untätigsten Vereins der Bad Nenndorfer Stadtgeschichte. Denn diese Gruppe erweist sich dabei als regelrechter Faulpelz unter den Vereinen.

Verein nahm die „Arbeit“ vor genau acht Jahren auf

Die Gründung erfolgte im August 2008. Zum Vorsitzenden wurde der damalige Verwaltungschef, Bernd Reese, gewählt. Als Geschäftsführer fungierte Thomas Konior, Kassierer war Herbert Kruppa – damals noch allesamt SPD-Politiker, doch Reese schied 2013 aus der Partei aus, und auch Konior, der sich längst aus dem Kreis Schaumburg verabschiedet hat, ist mittlerweile kein Genosse mehr.
14 Mitglieder gehörten dem Förderverein an. Das Ziel: ein neues Freibad. Nach der Gründung folgte im Frühjahr 2009 gleich eine Versammlung. Aber das war es dann auch schon mit der Vereinstätigkeit, was wiederum nicht ohne Folgen blieb. Kruppa legte sein Amt im April 2010 nieder. Weil nichts mehr geschah, wie der Bad Nenndorfer Ratsherr sagt. Mitglied sei er noch, aber auch als solcher habe er nie mehr etwas aus dem Förderverein vernommen.
Konior formuliert es ähnlich. Er sei nach seinem Wegzug in den Landkreis Hameln-Pyrmont nie wieder in dieser Angelegenheit kontaktiert worden. Laut Satzung hätte der Vorstand ihm als Geschäftsführer vorgeben müssen, welche konkreten Aufgaben er zu übernehmen hat. Doch seines Wissens gab es nach der ersten Versammlung nie wieder eine weitere Sitzung.

Kassierer warf schon 2010 entnervt hin

Dass die Gruppe zumindest auf dem Papier noch existiert, lässt sich im Vereinsregister des Amtsgerichts Stadthagen verifizieren. Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte Reese jedoch, die Aktivitäten des Vereins ruhen. Auf die Frage, ob weiterhin Mitgliedsbeiträge eingezogen werden, verwies Reese auf Kassierer Kruppa. Der kann aber wiederum eine Kopie seines schriftlich formulierten Rücktritts als Kassierer vorzeigen. Warum Reese davon scheinbar nichts wusste, ließ sich nicht herausbekommen.
Das ist aber nicht die einzige Merkwürdigkeit. Laut Kruppa sind nie Mitgliedsbeiträge erhoben worden. Der Verein sollte sich laut Satzung aus Spenden finanzieren. Bei der Gründung seien 126 Euro zusammengekommen, die seither auf einem Bankkonto ruhen. Die EC-Karte dafür habe er, Kruppa, an Reese geschickt. Der letzte ihm vorliegende Kontoauszug stamme von 2009. Ob es einen neuen Kassenwart gibt, ließ Reese unbeantwortet.
Die Satzung schreibt auch vor, dass der Verein einmal pro Jahr eine Mitgliederversammlung einberuft. Kruppa und Konior haben zumindest nie eine Einladung zu solch einer Veranstaltung erhalten. Auf die Frage, ob der Verein angesichts der aufkeimenden Diskussion in nächster Zukunft Aktivitäten plant, antwortete Reese nicht.

gus

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