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Frieren im Vorherbst

Bad Nenndorf Frieren im Vorherbst

Die Bewohner des Haus Kassel haben unter dem frühen Temperatursturz zu leiden: Denn die Heizung wird in dem Gebäude erst im Oktober eingeschaltet.

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Quelle: SN

Bad Nenndorf. Mieter Frans Raasing ist sauer, doch Vermieterin Silke Busche, Geschäftsführerin der Kur- und Tourismusgesellschaft (KurT), möchte die Heizanlage noch nicht hochfahren.

 Angesichts einstelliger Nachttemperaturen und fehlender Gebäudedämmung fröstelt Raasing speziell beim Betreten des Badezimmers. Auch sonst ist ihm die Wohnung entschieden zu kalt. Doch dreht er am Heizkörperthermostat, tut sich nichts. Darauf hat er Busche angesprochen, doch die verweist auf die besonderen Umstände der „Misch-Immobilie“ Haus Kassel mit überwiegend Büro- und Geschäftsräumen und nur zwei Wohnungen.

 Die Heizung erwärmt nach ihren Angaben auch sämtliche Räume und Flure im Haus Kassel, in der Wandelhalle und im Kurtheater. Daher werde sie ausschließlich in der Heizperiode von Oktober bis April angestellt. Dies soll Energiekosten sparen. Die Ventile in den Fluren könne die KurT nicht einfach zudrehen, um nur die Wohnungen zu heizen. Denn die Ventile seien öffentlich zugänglich und daher kaum kontrollierbar. Busche bezeichnet Raasing zudem als „nicht einfachen Mieter“, der sich oft beschwere.

 Die KurT-Chefin geht davon aus, dass im Haus Kassel bei geschlossenen Fenstern und Türen eine Raumtemperatur von 17 Grad Celsius nicht unterschritten wird. Dies sei zumindest im Erdgeschoss – dort ist die KurT mit Büros und Tourist-Information angesiedelt – nicht der Fall. Den Mietern sei es indes freigestellt, zusätzliche Heizquellen einzusetzen. Im Mietrecht gelten 17 Grad als unterste Grenze. Richtwert sind 20 Grad. Der Deutsche Mieterbund hält bereits bei „maximal 18 Grad“ eine 20-prozentige Mietminderung für denkbar.

 Raasing möchte weder Ölradiator noch Heizlüfter kaufen. Außerdem will er auch in der vorherbstlichen Kühle ab und zu lüften und eben nicht dauernd Fenster und Türen geschlossen halten müssen. Er würde die Heizkosten gern zahlen – wenn er denn heizen könnte. Busche schaut auf den Wetterbericht: In der kommenden Woche soll es bereits wieder wärmer werden.

 Sollten die Temperaturen jedoch dauerhaft niedrig bleiben, werde selbstverständlich die Heizungsanlage auch vor Oktober in Betrieb genommen.gus

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