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Fröhlichkeit gegen Heuchelei

Bad Nenndorf / "Trauermarsch" Fröhlichkeit gegen Heuchelei

In Bad Nenndorf ist kein Platz für trauernde Rechtsextreme: Das haben die Bürger der Kurstadt am Freitag (5. August) mit Nachdruck klargestellt. „Wir wollen legal und friedlich den heuchlerischen Trauermärschen der Neonazis ein Ende setzen“, formulierte Steffen Holz bei der Kundgebung vor dem Wincklerbad das große Ziel der Bad Nenndorfer.

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Denken statt Gedenken: Zahlreiche Bad Nenndorfer stimmen sich auf den friedlichen Protest am Sonnabend ein. Dafür verwandeln sie die Bahnhofstraße in eine kunterbunte Party-Meile. © kcg

Bad Nenndorf (kcg, tes). Zuvor hatten zahlreiche Einwohner gut gelaunt und fröhlich die Aufmarschstrecke der Rechtsextremen mit Plüschtieren, kunterbunten Fahnen, Tüchern und selbstgemalten Plakaten herausgeputzt – alles in der Hoffnung, Bahnhofstraße und Wincklerbad zum letzten Mal als Kontrast zum braunen Spuk schmücken zu müssen.

Auch bei der Menschenkette am Abend glich die Atmosphäre einem Straßenfest. Mit lautem Jubel und La-Ola-Wellen feierten die Protestler ihren Erfolg, eine lückenlose Reihe vom Wincklerbad bis zum Bahnhof gebildet zu haben, wobei sie von Mitgliedern des VfL Bad Nenndorf tatkräftig unterstützt wurden.

„Bad Nenndorf wehrt sich“, erklärte denn auch Holz während der Kundgebung. Mit dem Mythos „Trauermarsch“, mit dem die Nazis die Verehrung nationalsozialistischer Verbrecher tarnen, müsse endlich Schluss gemacht werden. Marina Jalowaja, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde erklärte: „Die Nazis geben vor, gedenken zu wollen, versuchen aber dabei, den Massenmord an Juden und Andersdenkenden zu vertuschen.

Solange es einen „Trauermarsch gibt, werde es gegen diesen immer Widerstand geben. „Unser breites Bündnis wird den Naziaufmarsch nicht hinnehmen.“ Bernd Reese lobte den Mut der vielen Teilnehmer der Aktion „Gesichter für Bad Nenndorf“ und verwies auf das riesige Plakat am Wincklerbad, auf dem zahlreiche Fotos von Nenndorfern und Unterstützern abgebildet sind. „Sie bekennen Farbe. Ein deutlicheres Zeichen können wir nicht setzen.“

Ein kleines Vorspiel auf den Einsatz am heutigen Sonnabend erlebte indes die Polizei. Nach den Protestaktionen stellten die Beamten eine Pyramide auf einem PKW-Anhänger sicher, die jener Pyramide ähnelte, an der sich im vergangenen Jahr linke Gegendemonstranten angekettet hatten. Just einer dieser Gegendemonstranten wurde als Halter des Fahrzeuges ermittelt. Der nahm die Sicherstellung des hölzernen Objektes mit Humor und wunderte sich, dass sein Coup nicht früher aufgeflogen ist: „Ich bin während der Menschenkette drei Mal die Bahnhofsstraße auf und abgefahren – unter dem Jubel der Leute.“

Dass sie den Aufmarsch der Neonazis behindern wollen, daran ließ auch die Sprecherin des „Bündnis NS-Verherrlichung stoppen“ keinen Zweifel. „Offensiv stoppen, kreativ sabotieren“, laute die Devise ihrer Gegendemonstration, erklärte sie im Gespräch mit dieser Zeitung.

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