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Fronten verhärtet

Streit geht weiter Fronten verhärtet

In der Auseinandersetzung zwischen den Ex-AfD-Politikern Peter Hardtke und Volker Riehs, beide aus Bad Nenndorf, hat das Landgericht Bückeburg die nächste Runde eingeläutet. Vor einer Zivilkammer setzen sie ihren Streit fort, der im Juni 2016 in einem Schlag Hardtkes auf Riehs‘ Armstumpf gegipfelt sein soll.

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Quelle: SYMBOLFOTO (DPA)

BAD NENNDORF/BÜCKEBURG. Im Prozess geht es unter anderem um Schmerzensgeld. Dies verlangen sowohl Riehs als auch Hardtke, der seine Ehre verletzt sieht. Zum Einlenken ist keiner von ihnen bereit.

Volker Riehs spricht von einer „öffentlichen Demütigung“ durch seinen Kontrahenten. Peter Hardtke argumentiert ähnlich. „Es geht um meine Würde. Die ist mir genommen worden“, klagt er. Ein Vergleichsangebot von Richter Thorsten Garbe, wonach Hardtke 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen soll und anschließend beide Seiten ihre Klage zurückziehen, schlugen die Parteien aus. Jetzt muss die Zivilkammer ein Urteil fällen.

Körperverletzung oder „kumpelhafte Begrüßung“?

Fest steht, dass Hardtke Riehs während einer AfD-Veranstaltung in einem Stadthäger Restaurant an die Schulter gefasst hat. Fragt sich nur, wie stark. Klären muss das Gericht, ob dies als Körperverletzung einzustufen ist oder eine „kumpelhafte Begrüßung“ war, wie Hardtke vorträgt. Riehs hat jedenfalls ein ärztliches Attest vorgelegt. Diagnose: Schulterprellung links. Vor Gericht verlangt Riehs 500 Euro Schmerzensgeld. Hardtke hat darauf mit einer vollen Breitseite reagiert und Widerklage erhoben. Er will 8000 Euro und fordert zudem den Widerruf der Behauptung Riehs‘, wonach dieser von Hardtke geschlagen worden sei und eine Schulterprellung erlitten habe. Unterlassen soll Riehs auch die Äußerung, Hardtke habe ihn „Kommunistenschwein“ genannt.

Zeugen sagen vor Gericht aus

„Was aus dieser Sache geworden ist“, hält ein Zeuge schlicht für „gaga“. Vier Stunden lang haben sich drei Berufsrichter am jüngsten Verhandlungstag Zeugenaussagen angehört. Ob Riehs, dessen linker Arm amputiert ist, auf den Stumpf geschlagen wurde oder nur berührt worden ist, erscheint weiter fraglich. „Ich habe gesehen, dass er ihn berührt hat. Geschlagen hat er ihn nicht“, erinnert sich ein Zeuge. Ein anderer spricht erst von einem Schulterklopfen Hardtkes, dann von einem Schulterschlag („Als Gewalt würde ich das nicht bezeichnen“), obwohl dies in einer vorausgegangenen schriftlichen Äußerung anders geklungen hatte: „Er verpasste Volker Riehs mit der rechten Hand einen Hieb auf die linke Schulter.“ Einige Zeugen machen vor, wie es gewesen sein soll. Als „Versuchskaninchen“ stellt sich Riehs‘ Rechtsanwalt Reiner Wötzel zur Verfügung.

Sicher ist, dass Hardtke und Riehs sich nicht mögen. So hatte Hardtke im August 2016 verlauten lassen, dass er den Mann, der von den Linken zur AfD gekommen war, für „eine dunkelrote Socke“ hält, wenn Riehs nicht gar „ein linker Maulwurf in der AfD“ sei. Riehs hat der AfD zwischenzeitlich den Rücken gekehrt. Hardtke gehört zwar der AfD an, sitzt heute aber als fraktionsloser Abgeordneter im Kreistag.

Entzündet hatte sich der Streit offenbar an der Weigerung von Riehs, Unterlagen für die Kommunalwahl zu unterschreiben. Riehs selbst war bei der Aufstellung einer Kreistagswahlliste nicht berücksichtigt worden. Ein Strafverfahren wegen Körperverletzung gegen Hardtke war bereits im Vorfeld mit dem Hinweis auf den Weg der Privatklage eingestellt worden. ly

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