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Fünfter Prozess um tödlichen Unfall

Verhandlung fortgesetzt Fünfter Prozess um tödlichen Unfall

Fast sieben Jahre nach dem tödlichen Unfall bei Kreuzriehe am Karfreitag 2010 beschäftigt der Fall erneut die Justiz. Angeklagt ist diesmal ein 36-Jähriger, der damals drei Familienangehörige verloren hatte, nachdem er mit seinem voll besetzten Auto gegen einen Baum geprallt war.

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Symbolbild

Quelle: Archiv

Bad Nenndorf/Stadthagen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs vor.

Nach einem Prozess durch vier Instanzen war im Oktober 2012 bereits ein Rentner (damals 66) aus Hohnhorst zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, ausgesetzt zur Bewährung. Im Gegensatz zum Amtsgericht gingen die Richter nicht davon aus, dass der Rentner das andere Fahrzeug abgedrängt hat – deshalb das milde Urteil. Dennoch: „Er ist gefahren wie ein Rambo der Straße“, stellte Richterin Eike Höcker fest, die Präsidentin des Bückeburger Landgerichts.

"Er wollte sich nicht bieten lassen, überholt zu werden"

Vor dem Schöffengericht in Stadthagen geht es nun um die Frage nach der Schuld des Familienvaters. „Er wollte sich nicht bieten lassen, überholt zu werden“, heißt es in der Anklageschrift. Die beiden Männer sollen sich auf der Bundesstraße 442 zwischen Kreuzriehe und Bad Nenndorf nämlich eine Art Wettrennen geliefert haben. Fest steht: In einer Linkskurve verlor der Familienvater bei Tempo 120 die Kontrolle über sein Auto.

Die Limousine prallte gegen einen Straßenbaum am rechten Fahrbahnrand. Im Wrack starben der anderthalb Jahre alte Sohn des Mannes, seine Frau (24) und deren Schwester (16). Er selbst und eine dreijährige Tochter überlebten den Unfall. Als die Rettungskräfte eintrafen, stand der Vater zwischen Trümmern, auf dem Arm seinen toten Sohn.

Schwerster Verkehrsunfall auf Schaumburger Landstraßen

Der Rentner, unterwegs mit einem 200 PS starken Roadster, hatte die Kurve einem Gutachten zufolge mit einer Geschwindigkeit von 140 Stundenkilometern durchfahren, ohne von der Fahrbahn abzukommen, wenn auch so gerade. Zuvor hatte er die Limousine überholt. „Es handelt sich um den schwersten Verkehrsunfall, der jemals auf einer Landstraße in Schaumburg stattgefunden hat“, fasst Verteidiger Ralf Jordan zusammen. In das Wrack, das nach dem Aufprall zurück auf die Straße geschleudert worden war, knallte noch ein Motorradfahrer, der nicht mehr ausweichen konnte.

Zum Auftakt des Prozesses gegen den Familienvater haben die Juristen versucht, zu einer Verständigung zu kommen. Bisher sind sie mit ihren Vorstellungen noch zu weit auseinander. Von Bewährung gehen alle Beteiligten aus. Weil das Verfahren schon mehrere Jahre alt ist, würden im Fall einer Freiheitsstrafe einige Monate bereits als vollstreckt gelten. So will es auch der Bundesgerichtshof.

Ein Jahr Haft denkbar

Oberstaatsanwalt Frank Hirt möchte, dass nach Abzug dieser Monate noch ein Jahr übrig bleibt. Verteidiger Jordan drängt darauf, dass das Verfahren entweder eingestellt wird oder eine Strafe rauskommt, die komplett vollstreckt wäre. „Ich kann auch nach sieben Jahren nichts anderes sagen, als dass ich nicht beschleunigt habe“, zitiert Jordan seinen Mandanten. Richter Kai Oliver Stumpe könnte sich eine einjährige Freiheitsstrafe vorstellen, von der vier Monate als bereits vollstreckt angerechnet würden. Dann blieben acht Monate mit Bewährung.

„Die Gespräche zur Verständigung sind weder beendet noch gescheitert“, stellte Stumpe nach diesem ersten Probetermin fest, zu dem noch keine Zeugen geladen waren. Der Prozess wird fortgesetzt. ly

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