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Gegen den Trend

Wochenmarkt in Bad Nenndorf Gegen den Trend

Der Bad Nenndorfer Wochenmarkt erfreut sich großer Beliebtheit. Immer donnerstags nehmen gerade ältere Menschen das Angebot wahr. Allerdings setzen sich immer mehr Marktbeschicker altersbedingt zur Ruhe. Zum Glück rücken viele junge Leute nach und wollen ihre Waren präsentieren, wie Marktmeisterin Petra Kunde weiß.

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Symbol für den Widerstand

Blumen gehören zum reichhaltigen Angebot des beliebten Bad Nenndorfer Marktes.

Quelle: js

BAD NENNDORF. „Es ist ein wenig drastisch zur Zeit“, sagt Kunde. Sie ist dafür verantwortlich, dass jeden Donnerstag der Wochenmarkt stattfindet. So organisiert sie etwa, welche Marktbeschicker wo ihren Stand bekommen. Das bedeutet aber nicht nur, dass sie Erlaubnisse erteilt, sondern auch selbst auf der Suche nach Verkäufern ist. „Die Veranstaltung wird jedes Mal neu zusammengesetzt“, sagt sie. Neben einigen fest vermieteten Standplätzen gebe es eine gewisse Fluktuation im Angebot. Gegenwärtig suche sie etwa nach einem Beschicker, der Käse aus dem Allgäu anbietet.

 Ungefähr 45 Händler zählt der Wochenmarkt im Schnitt, je nach Saison kann die Zahl aber variieren. Erstaunlich ist, dass, trotz des Wegfalls vieler alteingesessener Händler, die Zahl gehalten werden kann – im Gegenteil: Entgegen dem Trend könnte Kunde noch weit mehr Beschicker auf dem Wochenmarkt unterbringen. „Viele junge Leute rücken nach und wollen ihre Waren präsentieren“, sagt Kunde. Erst vor Kurzem sei sie auf der Suche nach einem Imker gewesen und gleich unabhängig voneinander bei zwei jungen Menschen fündig geworden.

Langsam ist es ganz schön eng

 Kunde ist in der luxuriösen Position, gewissen Marktbeschickern die Teilnahme am Wochenmarkt verwehren zu können, gerade im Sommer ballen sich die Anfragen. Zum einen sind die Absagen nötig, um ein Überangebot gewisser Waren zu vermeiden. Zum anderen aber auch, da schlicht nicht genug Platz vorhanden ist. Das war vor einigen Jahren noch anders gewesen, doch mit dem Bau des Parkplatzes am Thermalbad und der Sanierung der Kurhausstraße ist es eng geworden.

 Erst kürzlich, als die Bauarbeiten an der Kampstraße ins Stocken geraten waren, wurde in der Verwaltung darüber debattiert, den Wochenmarkt auf den Agnes-Miegel-Platz zu verlegen, sagt André Lutz, Amtsleiter Bildung und Soziales. Dorthin war die Veranstaltung auch ausgewichen, als die Kurhausstraße saniert wurde. Doch diese Idee – genauso wie ein genereller Umzug – wurde schnell wieder verworfen. „Das ist nicht ganz ohne“, sagt Lutz. Etwa, weil die Versorgung mit Strom und Wasser an der Kurhausstraße einfacher zu sichern ist. „Ich denke, der Wochenmarkt ist an seiner jetzigen Stelle gut aufgehoben“, so Lutz.

 Doch der Standort und die derzeitige Ausrichtung des Marktes sind nicht in Stein gemeißelt. Im Rahmen des Citymanagement-Prozesses wird auch der Wochenmarkt durchleuchtet. „Dann schauen wir, ob wir es dabei belassen oder Änderungen vornehmen“, so Lutz. js

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