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Gesamtkonzept statt Einzelprojekt

Bad Nenndorf / Kinderbetreuung Gesamtkonzept statt Einzelprojekt

Die vom Jugendausschuss der Samtgemeinde Nenndorf vorerst abgelehnte Finanzierung des Bewegungsraums für die kirchliche Kita an der Schillerstraße hat zu einer Grundsatzdebatte über das Thema Kindertagesbetreuung geführt. Udo Husmann (SPD) forderte ein Gesamtkonzept, dass die Aspekte Krippe, Ganztagsangebot und Geburtenzahlen berücksichtigt.

Bad Nenndorf (gus). Im evangelischen Kindergarten an der Schillerstraße sollen auch Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren entstehen. Dafür fließt nach Angaben von Kirchenvorstandsmitglied Susanne Thimm Fördergeld aus der Richtlinie Investitionen Krippenausbau (RIK). Daher wäre das Schaffen der zusätzlichen Krippenplätze für die Samtgemeinde kostenlos.

Dieses Argument hatte Thimm in der Debatte über den Anbau für den Bewegungsraum (wir berichteten) in die Wagschale geworfen. Im Fall eines Förderbescheids für die Krippenplätze könnten zudem die möglichen Investitionen von Kirche und Kommune in den Bewegungsraum geringer ausfallen. Genaue Zahlen oder auch nur Schätzungen wollten weder Thimm noch Harm Schütte vom Kirchenamt nennen. Derzeit wird von 52 200 Euro Kostenanteil der Samtgemeinde und 78 300 Euro Anteil der Kirche ausgegangen.

Während die Schaffung des Bewegungsraums existenziell für den Ganztagsbetrieb mit drei Gruppen in der kirchlichen Kita ist, wäre ein Nein der Landesschulbehörde zur Krippenförderung weniger dramatisch. Allerdings würden die Krippenplätze auch nicht ohne den Anbau genehmigt, weil dieser inklusive Ruheraum als Mehrzweckangebot auch den unter Dreijährigen zur Verfügung stehen müsste.

Beteiligtsich die Samtgemeinde nicht am Bewegungsraum, wäre das Projekt nach Worten Thimms nicht zu realisieren wäre. Und in dem Fall müsste eine Ganztagsgruppe laut Landesschulbehörde auf zehn Plätze verkleinert werden. Und dann müssten nach Worten Thimms jene Eltern enttäuscht werden, die derzeit auf der Warteliste stehen. Sigmar Sandmann (SPD) erwiderte, dies dürfte auch der Fall sein, wenn drei Gruppen mit insgesamt 60 Plätzen zur Verfügung stünden.

Das dringlichere Thema ist ohnehin nicht Ganztag sondern Krippe. Kommunen müssen ab 2013 ausreichend Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren bereitstellen. Der Gesetzgeber rechnet damit, dass 35 Prozent aller Jungen und Mädchen unter drei Jahren in einer Krippe untergebracht werden, sobald der Rechtsanspruch für Eltern besteht. Volker Busse (SPD) warf ein, dass die Samtgemeinde Nenndorf diese Quote bereits ohne neue Plätze an der Schillerstraße erfüllt. Allerdings, so Junior, ist die 35-Prozent-Quote nur „angenommen“. Fachleute gehen davon aus, dass der Bedarf bei mehr als diesem guten Drittel liegen wird.

So führte der Antrag auf den Bewegungsraum-Anbau für die evangelische Kita zu der Absichtserklärung des Fachausschusses, sich in Kürze um das geforderte Gesamtkonzept zu kümmern. Schließlich gehe auch das Phänomen zurückgehender Geburtenzahlen auch an der Samtgemeinde Nenndorf nicht vorbei. Und es sei nicht nur auf die Kurstadt sondern auch auf die Angebote in den Nordgemeinden zu schauen.

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