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Bad Nenndorf Gift-Wurst am Spielplatz
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Gift-Wurst am Spielplatz
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12:35 31.05.2017
Hündin Kimba wäre fast an einer Vergiftung gestorben. Beim Gassigehen hatte sie einen Giftköder gefressen. Quelle: göt
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BAD NENNDORF

Immer wieder hört sie von Giftködern, die an Feldrändern oder im Wald ausgelegt werden. Auch Nägel, Scherben oder Rasierklingen werden in Fleischbrocken versteckt, um gezielt Hunden Schaden zuzufügen. Erst kürzlich wäre die Pudel-Mischlingshündin Kimba von Bettina Grimpe fast an einem mit Rattengift präparierten Würstchen gestorben.

„Ich dachte, mein Hund überlebt die Nacht nicht“, so Grimpe. Nimmt ein Hund Rattengift zu sich, verblutet er innerlich. „Das ist ein sehr qualvoller Tod“, sagt Schneider.

Die Hündin hat den Giftköder vermutlich auf dem Feldweg am Vorderen Hohefeld im Gras gefunden. Dort ging Grimpe vormittags mit Kimba spazieren. Am selben Abend erbrach die Hündin Blut – und die Reste des vergifteten Würstchens. Kimba hatte Glück, sie kam früh genug zum Tierarzt und konnte gerettet werden. Der Veterinär diagnostizierte eine Vergiftung. 24 Stunden nach Einsetzen der Symptome ging es der Hündin wieder gut.

Fälle sollten der Polizei gemeldet werden

Grimpe und Schneider kennen allerdings auch Fälle, in denen das anders ausgegangen ist. Bei starken Giften und einer hohen Dosis kann das Tier auch innerhalb von 24 Stunden sterben, weiß Schneider. Sie mahnt deshalb zur Vorsicht: Hundebesitzer sollten sofort zum Tierarzt fahren, wenn der Verdacht auf eine Vergiftung besteht. Beim Spaziergang sollte man seinen Hund außerdem genau im Auge behalten, um früh genug einzugreifen, falls das Tier etwas vom Boden aufnimmt. Das ist gar nicht mal so einfach, meint Grimpe, schließlich schnüffeln Hunde dauernd irgendwo rum. Und so ein Stück Fleisch ist schnell verschlungen. „Wenn die Hunde Fleisch riechen, springen sie sofort darauf an“, so Schneider.

Doch leider werden die Täter meist nicht gefasst. „Das sind wehrlose Geschöpfe“, sagt Schneider sichtlich erzürnt, „so etwas muss hart bestraft werden“. Oft werden Hunde Opfer von Giftködern, doch auch für andere Tiere ist das durchaus gefährlich. Im Fall von Kimba lag das vergiftete Würstchen sogar in der Nähe eines Kinderspielplatzes. Beiden Frauen ist es deshalb wichtig, sowohl die Tierhalter als auch die Anwohner für das Thema zu sensibilisieren. Leider werden nicht alle Fälle offiziell gemeldet. Schneider empfiehlt, in jedem Fall Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Außerdem würde sie gerne eine Liste anfertigen, in welchen Bereichen es bisher dazu gekommen ist. Besonders auffällig seien in der Hinsicht bisher der Haster Wald und der Deister. göt

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