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Grabscher bekommt Knie zu spüren

Bad Nenndorf Grabscher bekommt Knie zu spüren

An die Falsche geraten ist ein Grabscher in einer Bad Nenndorfer Klinik. Nachdem alle anderen Badegäste das Schwimmbad abends verlassen hatten, war der Mann (56) unter der Dusche zudringlich geworden.

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Bad Nenndorf/Bückeburg. Mit einer Hand fasste er der 27 Jahre alten Frau von hinten zwischen die Beine, die andere legte er auf eine Schulter und küsste das Opfer in den Nacken. Die Soldatin zeigte dem Fremden jedoch die Grenzen auf, indem sie seine Weichteile ins Visier nahm.

„Ich habe ein Knie gehoben, wie ich es in der Grundausbildung gelernt habe“, berichtete sie am Dienstag im Berufungsverfahren vor dem Landgericht in Bückeburg, wo der Angeklagte sich wegen versuchter Nötigung und Beleidigung verantworten musste. Die Soldatin, nach einem Bandscheibenvorfall zur Reha in Bad Nenndorf, muss damals einen Treffer gelandet haben – der Mann ließ von ihr ab.

Zu Ende gegangen ist der Prozess mit einem Täter-Opfer-Ausgleich. Der Angeklagte muss der Frau 1900 Euro zahlen, verbunden mit der Bitte um Verzeihung. „Entschuldigung, es tut mir leid“, rang sich der Mann aus dem Kreis Herford ab, nachdem er zunächst hartnäckig geleugnet und sogar behauptet hatte, nicht er, sondern die Frau habe einen Annäherungsversuch gestartet.

„Er hat die Situation völlig falsch eingeschätzt“, erklärte Verteidiger Hans Geisler. Nach Hause möchte Geislers Mandant die Gerichtspost übrigens ausdrücklich nicht geschickt bekommen. Sonst könnte seine Familie erfahren, was er in der Kur treibt. „Er hockte in der Ecke, ohne zu schwimmen, und beobachtete permanent die anderen Badegäste“, erinnert sich die Frau. Sie selbst „mag es nicht, angequatscht zu werden“.

In erster Instanz hatte das Amtsgericht Stadthagen gegen den 56-Jährigen eine Geldstrafe von 2400 Euro verhängt, in diesem Fall 80 Tagessätze. An einer Bestrafung hat das Opfer zwischenzeitlich kein Interesse mehr. „Es wäre mir lieb, wenn das ein abgeschlossenes Kapitel in meinem Leben wäre“, sagte die 27-Jährige, die in der Zwischenzeit eine Familie gegründet hat. Ein Täter-Opfer-Ausgleich, die einvernehmliche Lösung eines Konfliktes ohne Gerichtsurteil, ist nur möglich, wenn beide Seiten zustimmen. Der Täter muss Einsicht zeigen. Obwohl sie sich im Schwimmbad als wehrhaft erwiesen hat, brauchte die Frau aus Schleswig-Holstein therapeutische Hilfe und etliche Monate Zeit, um den Übergriff zu verarbeiten. „Ich konnte nicht einkaufen gehen, wenn an der Kasse jemand hinter mir stand.“

Eine längere Diskussion gab es über die Höhe der Wiedergutmachung. Richter Axel Schulte, Vorsitzender der Berufungskammer, hatte 1900 Euro ins Spiel gebracht. Weil sein Mandant zwischenzeitlich arbeitslos geworden ist, schlug Geisler 1500 Euro vor. „Ich finde das unwürdig“, meinte Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt, der sich an einen Basar erinnert fühlte, zu dem Gefeilsche. Mit sich handeln ließ Schmidt nicht. ly

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