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Grillparty und Flohmarkt zum „Trauermarsch“

Bad Nenndorf / Zukunftswerkstatt Grillparty und Flohmarkt zum „Trauermarsch“

Mit neuen Formen des Protestes, ganzjährigen Aktionen und mehr Integrationsfiguren an der Spitze sollen sich in Bad Nenndorf noch mehr Menschen für die Demokratie und gegen den sogenannten Trauermarsch der Neonazis bewegen lassen. Das ist die Quintessenz aus der Zukunftswertstatt zur Stadtgesellschaft, zu dem die Universität Bielefeld und die Samtgemeinde Nenndorf eingeladen hatten.

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Betrachten die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt: Sozialwissenschaftler Andreas Grau mit Jürgen Uebel (Bündnis), Samtgmeindebürgermeister Bernd Reese, Sigrid Bade (VfL) und Olaf Buschmann (Linke). © rwe

Bad Nenndort (rwe). Mehr als 30 Interessierte kamen ins Vereinsheim, viele davon aus den Reihen des Bündnisses „Bad Nenndorf ist bunt“ und der Vereine. Aus dem Stadtrat und Samtgemeinderat waren allerdings nur fünf Mitglieder zugegen. Gemessen an den vollmundigen Resolutionen eine geringe Zahl, was auch in der Forderung abzulesen war, die lokalen Politiker sollten im Kampf gegen den Rechtsextremismus mehr Präsenz zeigen.

Die Resonanz insgesamt nannte Sozialwissenschaftler Andreas Grau „zufriedenstellend“. Für die Arbeit in den drei Themenkreisen erwies sich die Teilnehmerzahl als praktisch. Sie gingen der Frage nach, wie sich der bürgerschaftliche Einsatzwille verstärken ließe. Als Grundlage des vom Landespräventionsrat geförderten Projektes dient eine vergleichende Studie, in der Nenndorf auf Fremdenhass untersucht wurde.

Die wichtigsten Ergebnisse trug Grau vor: Verglichen mit anderen Städten gibt es keinen besonders ausgeprägten Nährboden für Rechtsextremismus, aber auch nur eine unterdurchschnittliche Bereitschaft, gegen die Neonazis auf die Straße zu gehen.

Daraus leiteten die Arbeitsgruppen unter anderem ab, sich anderweitig einzusetzen. Wer nicht demonstrieren will, könnte an dem Tag zur Grillparty einladen, einen Flohmarkt oder ein Straßenfest ausrichten. Das sei besser, als sich „im Keller zu verkriechen oder wegzufahren“.

Weitere Vorschläge sind, den Zusammenhalt von jüngeren und älteren Einwohnern zu stärken, die ehrenamtlichen Gruppen durch einen zentralen Ansprechpartner zu unterstützen und noch mehr Institutionen ins Boot zu holen. Die Teilnehmer regen eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem betont „braven“ Auftreten der Neonazis an.

Aber es gab auch eine Diskussion über den Wert der Untersuchung an sich. Wenn die Zahlen stimmten, nach denen fast 50 Prozent der Nenndorfer in einer Bürgerinitiative mitarbeiten würden, müssten weit mehr Leute anwesend sein, meinte VfL-Geschäftsführerin Silke Engelking. Die Ergebnisse spiegelten in ihren Augen nicht immer die Realität wider.

Die geringere Beteiligung führte Nenndorfs Polizei-Chef Michael-Andreas Meier auf die Tatsache zurück, dass es keine rechte Szene vor Ort gebe und die Stadt nur einmal im Jahr von den Neonazis heimgesucht werde. Das Problem sei daher nicht allgegenwärtig. SPD-Vorsitzender Udo Husmann bewertete die lokale Situation ähnlich, allerdings sei Nenndorf „umzingelt“. Er verwies auf aktive Kameradschaften und Übergriffe in Wunstorf, Barsinghausen oder Bückeburg.

Bei Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese hinterließ der Abend einen „guten“ Eindruck, auch wenn er sich doppelt so viele Teilnehmer gewünscht hätte. Er kündigte zwei weitere Organisationstreffen an vor dem 6. August und dankte Grau und seinen Kollegen Sylja Wandschild und Denis van de Wetering für die Impulse. „Wir werden Gesicht zeigen“, versprach Reese. Die Demokratie müsse wehrhaft bleiben.

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