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„Großer Abwasch“ scheidet Geister

Bad Nenndorfer Wasserspiel Thema in sozialen Netzwerken „Großer Abwasch“ scheidet Geister

Wie nicht anders erwartet, hat die Ankunft des Wasserspiels „Großer Abwasch“ die Diskussionen um das Kunstwerk erneut angefacht. Besonders in den sozialen Netzwerken melden sich mehrheitlich Kritiker zu Wort.

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Als sei er inhaftiert, befindet sich der noch unfertige „Große Abwasch“ derzeit hinter Gittern.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Und täglich stoppen Passanten vor dem noch unfertigen Kunstwerk, um angeregt zu diskutieren.

 Im Facebook-Kanal „Politik in Bad Nenndorf“ häufen sich Unmutsbekundungen von Bad Nenndorfern. Doch abgesehen von rein ablehnenden Botschaften („ein Objekt von monströser Hässlichkeit“) und spaßigen Kommentaren („Warten auf den Polterabend“) richten die Autoren auch Fragen an die Netzgemeinde und äußern Bedenken, die über ästhetische Aspekte hinaus gehen.

 So fragen zwei Bad Nenndorfer beispielsweise nach der Stabilität, da der Tassenturm – das einzige Element, das derzeit am Zentralen Platz installiert ist – zum Klettern einlade. Die Frage nach der Standfestigkeit haben die Monteure der Aluminium-Gießerei aus Baden-Württemberg bei der Installation eindeutig beantwortet: Das Konstrukt sei vom TÜV abgenommen, wer daran hinaufklettere, könne nichts abbrechen. Auch umkippen könne der Turm nicht.

 Zweifel gibt es an der Widerstandsfähigkeit des Materials. Es sei zu erwarten, dass das Aluminium der Witterung nicht dauerhaft standhält. Doch auch dazu haben die Experten der Spezial-Gießerei Stellung bezogen. Die Oberflächenbeschaffenheit sei bewusst so gewählt worden, dass das Material lange hält und darüber hinaus leicht zu reinigen ist. Mit einem einfachen Schleifgerät können beispielsweise Farbschmierereien wieder entfernt werden.

 Kritik wird auch wegen der Kosten für das Kunstwerk geäußert. 170000 Euro sind der Rahmen. Der Schöpfer, Timm Ulrichs aus Hannover, bekommt davon übrigens kaum etwas ab – keine 1000 Euro sind es nach Worten von Stadtdirektor Mike Schmidt. Experten halten zudem dagegen, dass ein Wasserspiel ohnehin kaum für unter 100000 Euro zu realisieren ist, weil die Pumptechnik allein viel Geld verschlingt.

 Im Fall des „Abwaschs“ kommt das aufwendige Herstellungsverfahren hinzu. Ein Techniker der Gießerei erklärte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass das Aluminium unter Hinzugabe von Kohlensäuretabletten geschmolzen wurde. Die einzelnen Tassen und Teller mussten aus mehreren Teilen zusammengefügt werden. Anschließend wurden sie zum Turm verschweißt. In Deutschland gebe es nur drei Gießereien, die das Verfahren beherrschen.

 Noch ist der „Abwasch“ unvollendet. Denn zwei weitere Teller und eine Tasse sind noch gar nicht in der maßgeschneiderten Abfluss-Wanne installiert worden. Dies geschieht erst im Februar, wenn auch das Wasser angestellt wird. Dass der Turm jetzt schon aufgestellt wurde, hängt vor allem damit zusammen, dass die Stadt ein Zeichen setzen wollte. Immer wieder war bezweifelt worden, dass das Kunstwerk rechtzeitig fertig wird. Die Einzelteile sind fertig – die Diskussion scheint noch längst nicht abgeschlossen. gus

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