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Bad Nenndorf Großübung in Klinik Niedersachsen: 36 Patienten nach Kellerbrand evakuiert
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Großübung in Klinik Niedersachsen: 36 Patienten nach Kellerbrand evakuiert
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22:29 17.09.2011
82 Einsatzkräfte mit 19 Fahrzeugen beteiligen sich an der Übung. Quelle: cap

Bad Nenndorf (cap). Alles begann zunächst mit einem Routineeinsatz. Die Leitstelle alarmierte die Ortsfeuerwehr um 11.48 Uhr zur Klinik, weil dort die Brandmeldeanlage ausgelöst hatte. Als neun Einsatzkräfte mit einem Tanklöschfahrzeug, dem Einsatzleitwagen und der Drehleiter an der Klinik eintrafen, drang Theaternebel aus dem Kellerbereich nach draußen. Bei der Erkundung der Räumlichkeiten in dem weitläufigen Gebäudekomplex wurde festgestellt, dass es zu einem Schwelbrand in einem Technikraum kam. Das dargestellte Feuer wurde mit einer Kübelspritze und Löschwasser aus einem Tanklöschfahrzeug bekämpft.

Das Übungsszenario sah dann die Ausbreitung von Brandrauch im Haus 5 vor. Tatsächlich befanden sich 289 Patienten, teilweise mit Begleitpersonen, in der Klinik, die alle Tage zuvor von der Feuerwehrübung unterrichtet wurden und mit Interesse das Geschehen verfolgten. Zwischenzeitlich forderte die Einsatzleitung die Ortsfeuerwehren aus Horsten, Riepen, Helsinghausen/Kreuzriehe, Riehe, Waltringhausen und Haste sowie die Schnell-Einsatz-Gruppe Schaumburg vom DRK an.

Das DRK baute auf dem Klinikparkplatz einen Behandlungsplatz bestehend aus vier Zelten auf und stellte die Betriebsbereitschaft darin her. Die Feuerwehren begannen nicht gehfähige und frisch operierten Patienten, die von
Feuerwehrangehörigen dargestellt wurden, zu evakuieren. Dazu wurde die Drehleiter aus Bad Nenndorf vor dem Nebeneingang der Klinik in Stellung gebracht. Mit Tragen wurden dann die Patienten aus dem dritten Obergeschoss
in etwa 15 Meter Höhe über die Balkone gerettet. Am Boden trugen Feuerwehrleute die Patienten zum DRK, wo sie registriert und betreut wurden.

Horst Schiller, Geschäftsführer der Klinik, freute sich über das hohe Engagement der ehrenamtlichen Helfer. Übungsleiter Paul Dylla bescheinigte der Klinik einen guten passiven Brandschutz. In seinem Fazit nach Übungsende wurde deutlich, dass für die Bewältigung eines solchen Einsatzes zu wenige Feuerwehrleute anwesend waren, die zeitgleich bei anderen Veranstaltungen beschäftigt waren. „Im Ernstfall hätten wir die Feuerwehren aus Rodenberg und Barsinghausen nachalarmiert“, sagte Dylla. Eine Kommunikation über den Zwei-Meter-Funk der Feuerwehr war innerhalb der Klinik nicht möglich. Nach rund dreieinhalb Stunden Übungseinsatz stärkten sich die 82 Einsatzkräfte, die mit 19 Fahrzeugen angerückt waren, bei einem Imbiss im Garten der Klinik.