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Grundstück bleibt bei der Stadt

Bad Nenndorf Grundstück bleibt bei der Stadt

Das kommt nicht oft vor: Der Rat überstimmt den Verwaltungsausschuss (VA) – und zwar recht deutlich. So geschehen im Rat der Stadt Bad Nenndorf.

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Diesen Streifen wollte der Grundstücksbesitzer kaufen.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Der Anlass war zwar auf den ersten Blick unbedeutend: Es ging um den Verkauf einer 14-Quadratmeter-Fläche am Immenkamp, doch die Vorgeschichte war mitentscheidend für das Votum des Rates.

Im nicht öffentlich tagenden VA hatte es noch eine Mehrheit für den Verkauf der 14-Quadratmeter-Parzelle gegeben. Diese sollte bei einem am Bodenrichtwert orientierten Preis von 145 Euro pro Quadratmeter 2030 Euro in die Stadtkasse spülen. Anlass ist ein Bauvorhaben des Grundstückseigentümers. Dieser will den am Immenkamp gelegenen Teil seines Grundstücks bebauen, nachdem er den unteren Teil veräußert hatte. Dort war vor etwa zwei Jahren eine Scheune abgerissen worden.

Wegen seines eigenen Bauvorhabens formulierte der Eigentümer des Grundstücks – postalisch der Hauptstraße (Nummer 39) zugeschlagen – Interesse an der Übernahme der 14 Quadratmeter am Immenkamp, um die bauliche Grenze zu begradigen. Aus dem Kauf wird nun erst einmal nichts.

Volker Busse (SPD) sagte klipp und klar: „Wir stimmen dem nicht zu.“ Er habe zwar nichts gegen den zu erwartenden Beitrag zur Haushaltskonsolidierung, so Busse mit ironischem Unterton. Aber die SPD hege Vorbehalte gegen das geplante Bauvorhaben. „So kann es in Bad Nenndorf nicht weitergehen mit der Bebauung“, betonte Busse. Konkreter wurde er nicht.

Dabei geht es offenbar um bereits Geschehenes. Immer wieder hatte es Kritik an großen Gebäuden speziell im Bereich Hauptstraße/Immenkamp gegeben. Viele Politiker sehen dortige Häuser als Bausünden. Erbost waren einige Ratsmitglieder im vergangenen Winter, als eine geforderte Anpassung von Gebäudehöhen an das direkte Umfeld im Planentwurf des zuständigen Architekten nicht umgesetzt war.

Denn es wurde befürchtet, dass durch bestimmte Hintertüren weitere „Klötze“ an die Hauptstraße beziehungsweise den Immenkamp kommen. Eine Bauvoranfrage für ein entsprechendes Projekt hatte bei der Stadt da bereits vorgelegen. Im Rat unkten Politiker, dass der Planentwurf dazu gedacht sei, diesem Bauvorhaben zur Umsetzung zu verhelfen, anstatt es im Sinne des Stadtbilds zu zügeln.

Die SPD stand nun im Rat nicht allein da mit ihrer Kritik am Verkauf der 14 Quadratmeter. Uwe Engelking (WGN) sagte: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir damit jetzt etwas Gutes tun.“ Er fragte auch, warum das Baugebiet einst überhaupt so geplant wurde, dass eine krumme Grenze. Diese Krümmung wäre mit dem Verkauf begradigt worden.

SPD und Linke sowie ein Mitglied der Gruppe WGN/Finsterle stimmten gegen den Verkauf. Sechs Ratsmitglieder – mehrheitlich von der CDU – votierten dafür, die fünf Enthaltungen kamen von der Gruppe WGN/Finsterle. Damit war der Verkauf vom Tisch. Ob auch das geplante Bauvorhaben, das sich an reduzierte Vorgaben zu Gebäudehöhen wird orientieren müssen, scheitert, ist offen. gus

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