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Händler und Anlieger warnen vor den Blechlawinen

Bad Nenndorf / Umbaupläne Händler und Anlieger warnen vor den Blechlawinen

Der geplante Umbau der unteren Kurhausstraße und Am Thermalbad stößt auf wenig Gegenliebe bei vielen Anwohnern und Geschäftsleuten. Das dürften am Mittwoch (4. Mai) die Vertreter der Stadt und Architekt Rainer Hobigk zu hören bekommen, wenn sie um 19 Uhr im „Hotel Delphin“ die Anlieger über die Sanierungsmaßnahme informieren. Insgesamt 650.000 Euro sind dafür veranschlagt, zwei Drittel davon kommen aus der Förderung.

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Sammeln Unterschriften: Anwohner und Händler warnen vor einer Fehlplanung in der Kurhausstraße. © rwe

Bad Nenndorf (rwe). Doch was die Händler und Bewohner bisher als Vorentwurf in der Zeitung und der Ausstellung gesehen haben, wollen sie so nicht hinnehmen. „Zur Not gehen auf die Barrikaden“, sagt Optikermeister Dieter Rasche. Nicht nur er ist bedient, wenn er einen Blick auf die Skizzen wirft. „Fremdes Geld lässt sich schnell ausgeben“, warnt er vor einer Verschwendung.

Damit ist er auf einer Linie mit Roland Heller, Anwohner in der Bahnhofstraße. Der umtriebige Rentner mobilisiert den Widerstand, hat mittlerweile in Geschäften viele Unterschriften gesammelt. „Die Leute sollen den Umbau nicht einfach hinnehmen und Einspruch einlegen“, lautet sein Aufruf. Als Schildbürgerstreich wertet er die Idee, am Knotenpunkt vor der Volksbank die Einmündung auf die Bahnhofstraße auf eine Spur zu verengen. Schon heute staue sich der Verkehr teilweise bis zum City-Markt.

Künftig würden sich dann noch öfter hinter jedem Linksabbieger die Autos aufreihen.
„Das ist unsere Straße, und die ist wunderbar so, wie sie ist“, meint auch Hotelier Klaus Pittack junior. Kleine Veränderungen wie der Bürgersteig an der Landgrafentherme seien sinnvoll, ein großartiger Umbau aber nicht nötig. Vor allem nicht in der vorgelegten Form.

Modehändlerin Ingrid Hof hat gleich mehrere Punkte aufgelistet. Sie empfiehlt Politik und Planern erst einmal eine Ortsbegehung. Vor den Häusern 5 bis 7 gebe es beispielsweise Beete mit Bäumen, Büschen und Blumen, die von Anliegern bezahlt und gepflegt würden. „Wir haben genug Grün in der Straße“, sagt sie unter Zustimmung von Anwohner Ewald Vahle oder Apothekenleiterin Karin Grund. Die geplanten Bäume entlang der Straße halten sie für unsinnig. Nicht nur Geschäftsfrau Hof warnt davor, die Parkbuchten zu reduzieren, die viele gehbehinderte Kunden und Patienten nutzen, um in die Läden und Arztpraxen zu kommen.

Kritik übt sie auch am Vorschlag, einen Teil der Parkplätze künftig schräg anzulegen. Das Planungsbüro habe sich die Situation offenbar nicht angesehen, mutmaßt Hof. Das rückwärtige Ausparken würde den fließenden Verkehr behindern genau wie das Verlegen der Bus-Stationen auf der Straße. Bei den Haltestellen in den Buchten hätten sich Fachleute schon Gedanken gemacht, argumentiert sie.

Die Modehändlerin erwartet noch längere Blechschlangen, sollte der Entwurf durchkommen. Zwar passten breite Straßen nicht gut zu einem Kurort, „stinkende und wartende Autos“ seien aber deren Untergang, warnt sie.

Aus diesem Grund fordert die lose Initiative mit ihren Unterschriften die Stadt dazu auf, „die gesamte Planung zu überdenken“. Die Anlieger und Geschäftsleute müssen „zu Wort kommen“, heißt es dort. Heute Abend in der Versammlung haben sie Gelegenheit dazu.

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